Und wieder bin ich ein wenig verspaetet mit meinem Bericht *ohoh*, aber nun geht es weiter ^^ !
Nach unseren Erlebnissen in Konoha kamen wir noch zufaellig an einer Hunde-Show des Japanese Kennel Clubs (JKC) vorbei und blieben dort fuer eine Weile, um dem Treiben dort zuzuschauen. Wenn ihr den Link verfolgt, gelangt ihr auf Talis Seite, wo ein kurzer Bericht geschrieben steht.
Wir mussten uns aber ein bisschen beeilen, da wir noch nach Ohara wollten. Das Mikoshi-Matsuri – das Nackte-Maenner-Festival – fand dort stand. Einmal im Jahr wird werden die Goetter gebeten, fuer einen guten Fischfang zu sorgen und es wird sich bedankt fuer all die Fische, die bereits gefangen werden konnten. Ohara ist eine Stadt der Fischer und beliefert taeglich Tokyo mit frischen Fischen.
Gluecklicherweise wohnt Dais Oma in diesem Fischerstaedtchen und wir haben eine Nacht bei ihr uebernachtet. Ich mag das kleine Oemchen seehr gerne und dieses mal war sie auch nicht mehr so erschrocken, als sie mich erblickte. Vor zwei Jahren war sie noch sehr eingeschuechtert von der grossen deutschen Frau ^^ . Sie ist auch nur sehr knappe 1,40m gross, aber fuer ihre 86 Jahre unglaublich fit. Augen super, ohne Brille, Ohren super, keinerlei Beschwerden.
Ihr Haeuschen ist ein traditionell japanisches, nur mit Schiebetueren, Veranda… ein bisschen Back-to-the-Roots-Feeling ohne fliessend Wasser fuer die Toilette und das fliessend Wasser in der Kueche kommt aus dem hauseigenen Brunnen, also kein Warmwasser.
Bis auf Kueche und Bad nur Tatami-Raeume. Es ist wirklich ein Ort, an dem man ohne Probleme Ruhe finden kann und wo man das Gefuehl hat, im „alten“ Japan zu sein.
Nach einer Begruessung auf „alte jap. Art“ mit Verbeugung auf dem Boden und Uebergabe meines Gastgeschenkes, was sie, ebenfalls trad. jap. nicht vor meinen Augen ausgepackt hat, ging es erstmal, da wir etwas spaet dran waren, zur Schule, wo sich die Mikoshi verabschiedeten.
Die Mikoshi (Goettersaenften) sind kleine Ausgaben der Shinto-Schreine und wiegen ca. 300kg ohne die Tragebalken. Zu Beginn des Festivals, welches bis zurueck zur Edo-Zeit reicht, wird die Gottheit eines jeden Schreins – ca. 19 in Ohara – in den Mikoshi gebeten und dieser dann von vielen Maennern durch die Stadt getragen, hin zum Meer. Dort werden die Mikoshi in die Luft geworfen, es wird gegeneinander gekaempft und um einen reichen Fischfang gebeten. Da wir zu spaet dran waren, konnte ich dieses Mal das Gerangel am Wasser nicht mitverfolgen und daher gibts auch keine Bilders.
Danach geht es fuer die Mikoshi zum Schulhof, wo der Abschied gefeiert wird, denn erst im naechsten Jahr werden die Gottheiten der Shinto-Schreine wieder zusammen treffen koennen.
Das ganze Festival wird begleitet von speziellen Rufen der Mikoshitraeger, welche eine besondere Bekleidung tragen, weswegen das Festival auch „Nackte-Maenner-Festival“ genannt wird, Trommeln, Floeten…. es ist eine sehr berauschende Stimmung, welche einen in einen tranceaehnlichen Zustand versetzen kann, auch wenn man kein Traeger ist.
Hier ein paar Bilder vom „Abschiedsfest“:
Warten auf das Eintreffen der Mikoshi…

Der erste Mikoshi erreicht den Platz…










Danach ging es wieder zurueck zu Omas Haeuschen, vorbei an einem der Schreine…

…vor dem der dazgehoerige Mikoshi stand.

Oma hatte frisch Sashimi fuer uns zubereitet und wir haben noch lange gemuetlich zusammen gesessen und Geschichten erzaehlt.
Am naechsten Tag ging es erst einmal zum Meer. Ohara als Fischerstaedchen hat andere Ausmasse als Heiligenhafen, ist aber trotzdem sehr beschaulich
!

Diese Flaggen werden gehisst, wenn auf See ein guter Fang gemacht wurde.


Ja, es war mal wieder richtig stuermisch am Pazifischen Ozean, wie so haeufig. Ich moechte nicht dort draussen meine Netze auswerfen…. uhijuijui ^^ ! Was mir sofort in Ohara auffiel, und das war nicht schwer bei den leichter bekleideten Maenner, war, dass diese alle eine kraeftige Statur haben, auch die jungen Herren. Ganz anders als in Tokyo, wo man meint, man duerfte die Herren nicht beruehren, da sie sonst in zig Stuecke zerspringen koennten. SKINNY ist gerade total angesagt in Tokyo, bei Maennlein und Weiblein. Nur Haut und Knochen… Da waren die Herren in Ohara echt ein netter Anblick und ich war wieder beruhigt, dass es doch „gesunde“ Koerper in Japan gibt
!


Ich liiiiebe das Meer… Dancing on the Stones ^^ ! Als echter Konoha-Ninja war das Uebertreten auf die Steine natuerlich kein Problem mehr fuer mich *haha* !

Auf dem Weg zum Strand kam uns dann dieser Mini-Mikoshi entgegen
! Kinder ueben sich schon frueh im Tragen der Mikoshi und nur „brave“ Kinder – und spaeter Maenner – werden als Mikoshi-Traeger auserwaehlt.



Naeher bin ich MIT Kamera nichts ans Wasser. Der „Dunst“ ist kein Dunst, sondern eine Mischung aus Sand, Wasser und viel Salz ^^ !

Dann sind wir zurueck zum Hachiman-Schrein, dem Schrein, der „zustaendig“ ist fuer das Haeuschen von Dais Oma. Hachiman ist der Gott des Krieges und der Gott der Fischerrei und der Landwirtschaft.
Einige Mikoshi hatten schon ihre Schreine wieder erreicht, andere wurden noch durch die Strassen getragen…


Hachiman-Tori






Dann ging es wieder runter, vorbei am Waerterhaeuschen des Schreins. Ein paar Mikoshi-Traeger sassen drinnen und haben es sich gut gehen lassen ^^ . Sie baten uns hinein und sagten uns, wir duerften ruhig den Mikoshi anfassen, ihn fotographieren etc…. aber, als ich vor dem Mikoshi posierte, kam einer der Mikoshi-Traeger zu mir und meinte, so waere das nicht richitg… Er gab mir seinen Zeremonie-Faecher und dieses ist das Ergebnis
!

Seinen Hachiman-Faecher hat er mir danach geschenkt und wird von mir nun als Talisman gehuetet
.
Als wir das Zentrum des Staedchens erreichten, wurde dort noch maechtig gefeiert:



Als wir da so standen, rief mir jemand zu, ich solle mich mal umdrehen, denn hier wuerde ein beruehmter Comedian sitzten. Ich dachte erst, man wollte mich veraeppeln, aber Dai sagte ganz aufgeregt, der Herr habe recht ^^ !
Das ist Agoisamu:

Er ist sehr bekannt fuer sein stark ausgepraegtes Kinn und wird meist nur Ago-san genannt (Herr Kinn). Nach dem Austauschen von Hoeflichkeiten und dem Beantworten der Fragen, wo ich herkomme und so weiter und so fort, haben wir uns wieder verabschiedet. Ich haette ihn eigentlich noch um ein Autogramm bitten sollen, aber sowas faellt mir natuerlich erst spaeter ein
.
In der Fressmeile haben wir noch einiges an Leckerein ausprobiert, sind dann wieder zur Oma, haben uns Sumo im Fernsehen angeschaut und uns danach auf nach Hause gemacht.
Ohara ist immer wieder toll und die Stimmung beim Mikoshi Matsuri ist im wahrsten Sinne berauschend!
Heute wollten wir eigentlich wieder unterwegs sein, fahren aber erst morgen fuer zwei Tage nach Nikko
.