Verfasst von: sui fēng | 14. Mai 2008

Fortschritte?

Gestern und heute morgen überkam mich das Gefühl, dass all die Stunden, die ich eigentlich täglich trainiert hatte, vergebens waren…

Am Wochenende hatte ich draußen trainiert, am Rande eines Feldes mit Blick auf einem Birkenhain. Die Sonne schien, der Raps duftete und seine Farbe schmeichelte meinen Augen, die Vögel waren am Singen, der Boden fühlte sich toll an, ich hatte einen sicheren Stand, die Schritte waren trotz der Unebenheiten sicher und selbst der teils kräftigere Wind konnte mein Gleichgewicht nicht wirklich stören.

Und nun, wieder zu Hause in der Wohnung, mit tollem Laminat, eiere ich auf den Beinen. Die Füße scheinen keinen Halt zu finden, die Balance stimmt nicht, die Hüfte findet ihr Zentrum nicht. Gestern dachte ich noch, es ist bestimmt, da ich es am Wochenende übertrieben hatte, aber heute morgen war es fast noch schlimmer.

Morgen geht’s wieder auf nach Berlin und ich dachte, ich könnte mit Fortschritten aufwarten, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich anstelle dessen immer weniger kann. Vielleicht ist es aber auch wirklich so, dass die Verwurzelung draußen unter freiem Himmel generell besser ist… Oder ich mache mir zu sehr einen Kopf und es fühlt sich daher nicht gut an oder aber die Ansprüche werden höher.

Die Worte meines Trainers zum Wudangpai gewinnen immer mehr an Bedeutung, auf vielen Ebenen…

„…Wer diesen Weg geht, wird ihn erleben. Wer ihn glaubt gemeistert zu haben, hat noch nicht begonnen, ihn zu gehen.“

Und zur Motivation gibt es diesen Morgen:


Antworten

  1. Liegt der Fortschritt nicht im gehen, als denn am Ziel ?

  2. Hey gokui :D !
    Natürlich ist auch in diesem Fall der Weg das Ziel. Was mich nur so stutzig machte war, dass der Unterschied des Fühlens und der Balance Draußen zu dem in der Wohnung recht immens ist. Es ist interessant dieses zu beobachten. Heute morgen war das Gefühl auch wieder in Ordnung.

  3. Hallo,

    das fühlen der Balance ist nicht nur vom „drinnen und draußen“ abhängig. Ich habe zb. fetsgestellt das man sich auf schuhen anders bewegt als barfuß. Betsimmte Teile der Kata muß ich dann ganz bewusst anders machen, weil ich „sonst umkippe“.

    Aber mal noch anderes: noch tiefgreifender sind auch seelische Zustände. Ausgeglichenheit oder Unrhuhe können auch vieles „durcheinander bringen“.


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