Generell stört mich Musik beim Training eher, als dass sie mir hilft, da Musik oft eine Stimmung überträgt, welche gerade SO nicht in mein Training passt. Der Wind, die Vögel, die Musik der Natur sind für mich um einiges angenehmer. Zudem habe ich keine Stereoanlage im Wald oder Park und Ohrstöpsel sind für mich ein „No Go“.
Manchmal ist es aber so, dass ich Probleme habe, den Einstieg zu finden, da mir während des Tages so viele Dinge passiert sind und ich mich schwer von ihnen lösen kann, sprich, wenig „bei mir“ bin. In diesen Fällen hilft mir die „konditionierte Entspannung” auf ein Lied.
Musik an sich ist ein enormer Stimmungsträger. Beim Zuhören werden wir automatisch in eine bestimmte Stimmung versetzt, wogegen wir uns schwer wehren können. Nun gibt es viele Meditationsmusiken, welche man sich zu Nutze machen kann, welche einem aber nicht helfen, wenn man draußen trainiert und sie hilft einem nicht, wenn man nur mit ihr trainiert, weil es ja Meditationsmusik ist, aber ansonsten keine Verbindung zu ihr hat.
Was man jedoch tun kann ist, sich auf Musik so zu konditionieren, dass der Körper automatisch entspannt. Wenn jetzt die Frage auftaucht, wie man denn draußen Musik hören soll, wenn Mp3-Player und iPod’s nicht trainigstauglich sind, dann ist die Antwort, dass man diese Musik in Gedanken abspielen lassen kann, gleich einem Ohrwurm, der einem nicht aus dem Kopf geht.
Vorgehen kann man folgendermaßen:
Bei der Auswahl des Liedes sollte man eines wählen, welches einen sehr berührt hat, als man es hörte, mit dem man eine schöne Stimmung verbindet. Bei mir war es z.B. unter anderem „Silk Road“ aus dem Film „Tiger and Dragon“. Hat man so ein Lied gefunden, dann kann man gezielt damit trainieren.
Zum Konditionieren auf dieses Lied ist eine entspannte Grundstimmung wichtig und man sollte sich eine Bewegung aussuchen, die einem liegt, bei der man sich sicher fühlt und die man einfach gerne mag. Nun hört man, während man diese Bewegung – es reicht ein kleiner Bewegungsablauf – macht, immer und immer wieder diese Musik.
Aufhören mit diesem Training sollte man, wenn man noch ganz bei der Sache ist und bitte nicht warten, bis einen die Wiederholung der Bewegung „nervt“, denn dann kann auch ganz schnell das Lied nervig werden. Dieses sollte man ein paar Tage praktizieren. Interessant ist, dass außerhalb des Trainings, im Alltag, ab und an dieses Lied in Gedanken aufzutauchen beginnt, während man sich in stressigen Situationen befindet. Es ist, als suche der Körper nach dieser Entspannung und dem Gefühl, welches man beim Training hatte.
Ist man nun in der Situation, dass einen die Gedanken zu sehr im Kopf kreisen und einen beim Training blockieren, kann man sich dieses Lied ins Gedächtnis rufen, zusammen am besten mit den Bewegungen, die man zum Entspannungstraining benutzt hat. Der gewünschte Effekt tritt recht schnell ein und man hat dann die Chance, das eigentliche Training mit voller Aufmerksamkeit zu beginnen. Man merkt es daran, dass man plötzlich voll bei der Bewegung ist und das Lied nicht mehr im Kopf hat. Es empfiehlt sich, ab und an dieses Lied wieder “aufzuladen”.
Für mich noch interessanter allerdings ist die Beobachtung, dass dieses Lied und meine dazu ausgewählte Bewegung sich gegenseitig konditioniert haben. D.h., dass ich nicht unbedingt mehr das Lied in meinem Kopf brauche, sondern „nur“ die Bewegung ausführen muss, um mich zu entspannen.
Ist ist immer wieder spannend sich, seinen Körper und seine Reaktion auf bestimmte Auslöser zu beobachten.
Dieses sind einzig meine Beobachtungen und eine Technik, die bei mir sehr gut funtioniert, da ich generell sehr auf Melodien anspreche. Ein anderer kann es mit Düften probieren oder sogar in Kombination mit Musik. An der Ostsee habe ich einen Ort, wo allein der Ort an sich ausreicht, um mich runterzufahren.


