Da bin ich wieder ^^ !
In Narutania wurde ich zum echten Ninja, die wilden nackten Maenner haben mich auch am Leben lassen und ich habe wieder so viel zu berichten…. Zuerst werde ich aber meine Kyoto-Erlebnisse zuende schreiben, wenn ihr erlaubt.
Nach unserem zweiten Tag in Kyoto und der langen, sake-feuchten Nacht wachten wir am folgenden etwas geraedert auf
. Der Kopf war nicht schwer, wir waren einfach nur erschlagen und erschossen. Dennoch, wir wollten weiter. Unser Shinkansen zurueck nach Tokyo ging um 15.29 Uhr und bis dahin war nicht soooo viel Zeit.
Das Hauptziel sollte der Chion-in sein und wir ueberlegten, was wir noch mit einem Besuch bei diesem Tempel verbinden konnten. Wir entschieden uns fuer den Yasaka Schrein in Gion, wo auch das beruehmte Gion-Matsuri abgehalten wird.
Aufi geht’s!

Auf dem Gelaende war an diesem Tage ein kleiner Markt.






Von Yasaka Schrein fuehrte der Weg weiter durch den Maruyama-Park, welcher im Fruehling beruehmt ist fuer seine vielen Sakura (Kirschblueten) .

Uhaa…. diese Voegel sind einfach nur toll!


Kurz bevor wir hier vorbeikamen…

…standen wir etwas ratlos im Park herum, da wir nicht sicher waren, in welcher Richtung sich der Chion Tempel befindet. Ploetzlich rief uns eine Stimme hinterher „Was sucht ihr?“ ! Wir drehten uns um und vor uns stand ein aelterer Herr, mit Muellbeutel und Muellsammelgeraet. Wir sagten, dass wir zum Chion-in wollten und so kamen wir ins Gespraech. Der nette Herr ist ein freiwilliger Mitarbeiter des Parks, der in den fruehen Morgenstunden Muell sammeln geht (wovon es in Japan in den Gaerten nicht wirklich viel gibt) und nebenbei Touristen etwas ueber die Tempel und Schreine erzaehlt und das, wie wir erfahren durften, auf eine sehr witzige Art. Da der Herr seine Arbeit fuer den Morgen erledigt hatte, begleitete er uns zum Tempel. Dai wurde ab und an auf sein Allgemeinwissen hin getestet *hihi*, mir wurden Fragen gestellt und Schritt fuer Schritt erfuhren wir mehr ueber Kyoto und speziell ueber den Chion-in.
Hier ein Foto waehrend seiner lebendigen Erzaehlung ^^ :

Dann machte er noch ein Foto von Dai und mir vor dem Sanmon, dem grossen Tor vor dem Chion-in…

…und lies uns wieder alleine weiter wandern, da ihm nicht nach Treppensteigen zumute war
!

Dieses Sanmon ist mit seinen 24 Metern das hoechste in Japan.

In Innern befindet sich eine Art kleiner Tempel, der zu bestimmten Zeiten im Jahr auch fuer die Oeffentlichkeit zugaenglich ist. Witziger Weise hatten wir ein paar Tage spaeter im Fernsehen eine Doku ueber dieses Sanmon gesehen, wo Bilder von inneren Tempel gezeigt wurden. Unglaublich!

Und das ist der Haupttempel.

Er wurde im Jahre 1234 erbaut und gehoert der Jodo-shu an, der Schule des Amida-Buddhismus. Im Jahre 1633 brannte ein Grossteil des Komplexes nieder und wurde vom Shogun Tokugawa Iemitsu wieder rekonstruiert.


Moenche:

Als wir den Chion-in erreichten, waren wenige Menschen auf dem Gelaende und diejenigen, die dort waren, waren meist Angehoerige der buddhistischen Schule. Im Innern des Tempels wurde eine Andacht gehalten, die wir natuerlich nicht fotographieren durften. Es wurden Sutren fuer die Verstorbene rezitiert, deren Angehoerige Nahe der Moenche sassen. Die Stimmung war unbeschreiblich… Der rhythmische Gesang der Moenche, die Trommeln… Dai und ich haben diese Andacht zur Mediation genutzt und derer gedacht, die uns in unserem Leben einen Schritt vorausgegangen sind.
Hier ein Video, nicht von uns, welches das Innere des Tempels zeigt. Der Gesang in diesem Video ist nicht der, welchen wir gehoert haben.
Nach der Andacht ging es weiter zur grossen Glocke des Tempels.

Die 74 Tonnen schwere Glocke ist die groesste in Japan und es braucht 17 Moenche, um diese zu schlagen.
Auch der Chion-in hat einen wunderschoenen Garten:


Ueber den Daechern von Kyoto…




Zu Gedenken an Tokugawa:


Und danach ging es hier hinauf. Ein Uebungsplatz zum Rezitieren fuer Angehoerige der Schule.



Dort oben trafen wir eine nette alte Dame, die sehr interessiert an unserer Deutsch-Japanischen Konstellation gewesen war. Wir erzaehlten ihr ein wenig und bekamen dafuer ebenso interessante Informationen ueber diesen Ort und traditionelle Reis-Zucker-Kekse, welche sie von Moenchen ihrer Schule geschenkt bekam
. Wir haben uns noch ins Gaestebuch eintragen, welches sie uns zeigt und….. haben die Zeit vergessen ^^ ! Ploetzlich schoss mir durch den Kopf, dass wir ja unseren Zug erreichen mussten. Leider viel zu hastig verabschiedeten wir uns von der netten Dame, stuerzten die Treppen hinunter, sprangen in einen Bus, ab zum Hotel, Gepaeck abholen, schwupps zum Bahnhof und 5 Minuten vor Abfahrt befanden wir uns auf dem Gleis *haha* .
Wir hatten eigentlich noch Zeit eingeplant gehabt, um fuer unsere Lieben Geschenke zu kaufen, aber durch den netten Herren, die Andacht und das Gespraech mit der Dame war diese Zeit einfach nicht mehr da. SORRY an alle, die es sich erhofft hatten.
Das letzte Bild, aus dem Shinkansen heraus, ist mit ein wenig Wehmut begleitet und damit enden auch meine Erzaehlungen aus Kyoto. Die Zeit in der alten Kaiserstadt war wunderschoen… wir haben so viel erlebt, gelernt, Frieden gefunden und sehr interessante Menschen kennenlernen duerfen (die Tee-Dame am Ryoan-ji habe ich ganz vergessen zu erwaehnen
).

Aber der naechste Bericht kommt bestimmt… Naruto, die nackten Maenner und ein geschenkter Faecher ^^ !


