Nikkô, die Stadt, welche seit dem 8 Jhr. heilig ist, war das Ziel unseres letzten Ausflugs in Japan. Wir waren uns zuerst nicht sicher, ob wir ein Onsen in Izu geniessen sollten oder uns auf die Spuren von Shôgun Tokugawa Ieyasu machen sollten. Aber wie bei vielleicht einigen von uns Japan-Liebhabern, wie auch bei mir, löst der Name dieses Shoguns zusammen mit den Namen Toyotomi Hideyoshi und Oda Nobunaga ganz besondere Erinnerungen hervor.
“Was tun, wenn die Nachtigall nicht singen will?”
Nobunaga antwortet: “Töte sie!”
Hideyoshi antwortet: “Erwecke in ihr den Wunsch zu singen.”
Ieyasu antwortet: “Warte ab.”
Drum war ich es denn, die sagte, dass ich das Grab dieses Menschen besuchen möchte.
Oft werde ich gefragt, womit meine Faszination für Japan begonnen hat. Genau kann ich es nicht sagten, aber die TV Miniserie “Shôgun” von 1980 mit Richard Chamberlain und Toshiro Mifune, welche ich als Kind mit meiner Familie unter Spannung verfolgt habe, hat bestimmt die eine oder andere tiefe Spur bei mir hinterlassen. Uhi… wenn ich die tollen Bilder des Videos so sehe, muss ich unweigerlich an die Erkundung der Burg Nijô denken… es scheint schon so lange her zu sein.
Toshiro Mifune spielt in dieser Serie den Shôgun Toranaga – in Anlehnung an den wahren Tokugawa Ieyasu.
Leider liess der Wetterbericht für die nächsten Tage nichts gutes vermuten, weswegen wir uns diesmal wirklich auf Regen eingestellt hatten.
Nach Nikkô zu gelangen ist von Tôkyô aus nicht schwer. Man kann von Asakusa aus eine normale Bahn der Tobu-Linie nehmen und ist mit 1320 Yen in knappen 2 1/2 Stunden am Ziel. Es fahren auch Semi-Express und Express-Züge, diese sind aber deutlich teurer und nicht viel schneller.

Die Zeit im Zug haben wir mit Studieren verbracht, bzw. Dai hat sie damit verbracht, denn es war auch eine unser letzten Möglichkeiten, Fragen bezüglich des Clicker-Trainings zu erörtern. Die intermediäre Brücke hatte ich zwar schon vor längerem begonnen bei Haruno anzuwenden, aber nun hieß es, auch ein bisschen mehr Theorie zu erarbeiten ^^ .

Für Interessierte dieses Artikels von Kayce Cover: http://www.synalia.com/articles/bridgesIB.html
Ein Teil der Marschverpflegung im Zug:

Ein japanisches Sprichwort sagt, Nikkô o minu uchi wa kekkô to iu na 日光を見ぬうちは結構というな. Wörtlich – “Sage nicht, dass sei (herrlich) genug, bevor Du Nikkô gesehen hast!”. Am Bahnhof angekommen, wirkte das etwas wolkenbehangene Städtchen zunächst recht beschaulich.


Nikkô liegt in den Bergen der Präfektur Tochigi und dadurch ist es hier, obwohl nur 140km nördlich von Tokyo gelegen, merklich kühler. Sehr angenehm für mich, die sofort an “meinen” Wald in Pinneberg erinnert wurde, etwas zu kühl für meine Begleitung ^^ .
Nachdem wir uns bei der Touristen-Information mit Karten eingedeckt hatten, ging es auch schon los. Viel Zeit hatten wir nicht und somit gab es nichts zu verschenken. Erstes Ziel war somit der Tôshûgû-Schrein mit dem Mausoleum von Tokugawa Ieyasu.
Mit dem Bus ging es zu dem grossen heiligen Areal, in dem vieles von der UNESCO als Weltkulturerbe ausgezeichnet wurde.
Der Bus hielt vor der heiligen Brücke, Shinkyô, welche über den Fluss Daiya führt. Ausser an religiösen Festtagen durfte nur der Shôgun diese Brücke überqueren. Nun wanderte ich über sie, nach dem Entrichten von 300 Yen *haha*. Sie ist 27m lang, 6m breit und 16m über der Wasseroberfläche eines traumhaften Flusses, dessen Wasser eine unglaublich blau-türkis Farbe zu haben scheint. Ob sich das Wandeln auf dieser Brücke für das Geld nun gelohnt hat bei dem Wetter, darüber mag man streiten. Schöner wäre es natürlich bei Sonnenschein und mit der roten Herbstlaubfärbung, wofür diese Brücke als Aussichtspunkt berühmt ist, aber ich mag halt Legenden und heilige Brücke findet man ja nun auch nicht überall
!

Diese Brücke trägt eigentlich den Namen “Yamasuge-no-Jabashi”, welcher auf folgender Legende zurück geht:
Als Shôdo Shônin und 10 seiner Anhänger im Jahre 767 versuchten, die Berge von Nikkô zu erkunden, wurden sie vom Fluss Daiya aufgehalten. Der Strom war stark und es gab keine Brücke, welche sie überqueren konnten.
Shôdo Shônin begann innig zu beten und seine Gebete wurden vom Gott erhört – Jinja Daio erschien, eine rote und eine blaue Schlange tragend. Er warf diese beiden über den Flus, sie windeten sich umeinander und formten die Brücke. Auf den Rücken der Schlagen entwuchs yamasuge (wildes Riedgras), welches Shôdo Shônin und seinen Anhängern ermöglichte, die “Brücke” zu überquere, ohne auszurutschen.
Als die Brücke erbaut wurde, wurde sie Yamasuge-no-Jabashi genannt – Brücke der Schlangen mit Riedgras – in Gedenken an Jinja Daiô.





Nach dem Betreten der heiligen Brücke sind auch wir hinaufgestiegen in die Berge von Nikkô. Wie es mit dem Shôgun Tokugawa Iesayu und den 3 heiligen Affen weiter geht, werdet ihr im zweiten Teil lesen können
!




unglaublich schöne kraftvolle Bilder:)
Von: kenzo108 am 5. November 2009
um 14:08