
Weiter geht’s in Nikkô! Wie in den anderen Berichten, ist es mir auch hier kaum möglich, alles Erlebte in Worte zu fassen und die Bilder geben nur einen ganz kleinen Eindruck von dem Gesamten wieder. Aber ich hoffe trotzdem, dass ihr ein bisschen von der Stimmung dort miterleben könnt.
Der Aufstieg begann…. Auch wenn das Wetter hätte besser sein können, war die Stimmung und Atmosphäre durch den leichten Nebel in den Bergen unglaublich.



Und dann waren wir angekommen – der Tôshôgû-Schrein, das Mausoleum des Shôguns Tokugawa Ieyasu.

Und als Dai diese Gebäude erblickte war er tief beeindruckt. Ich natürlich auch, aber als Ausländer und „Tourist“ reagiere ich eh anders auf Tempel und Schreine und so war seine Reaktion schon besonders. Die Farben dieses Schreins sind in der Tat für japanische Verhältnisse sehr aussergewöhnlich und „dick auftragend“. Blattgold, Rot, Grün, Gelb… unglaublich viele Verzierungen und Figuren… Berichten nach wurden 140000 Bäume, 500 kg Gold und 370 kg Silber für diesen monumentalen Bau benutzt. Das Tempelgelände umfasst 8 Gebäude.



Wendet man sich von dieser Position nach links, geht man an diesen Genossen vorbei, welche den Heiligen Stall verziehren. Der Stall, in dem die heiligen Pferde, welche für Zeremonien gebraucht wurden, ist das einizge Gebäude, welches aus unbemaltem Holz besteht.

Der Spruch „Nichts Böses sehen, hören und sagen.“ geht auf die buddhistische Lehre zurück und hat mit Affen nichts zu tun. Im Japanischen jedoch heißt es mizaru 見ざる (nichts sehen), kikazaru 聞かざる (nichts hören), iwazaru 言わざる (nichts sagen). Im klassischen Japanisch ist ざる zaru die Verneinung einer Tätigkeit und hört sich gesprochen oft ähnlich an wie Affe 猿 saru.
Die Schnitzerei am heiligen Pferdestall ist vermutlich nicht die erste, aber die älteste, von der das Datum bekannt ist. Drum sind es wohl auch die Affen von Nikkô, die so berühmt geworden sind.

Diese Tür fand ich totaaal hübsch!




Das Innere des Schreins durften wir nicht Fotographieren, aber ich habe in Japan etwas in der Art noch nie gesehen. Gold, Farben, interessante Gemälde… beeindruckend.
Im Netz habe ich nur diese Zeichnung gefunden, welche dem Original aber nicht wirklich nahe kommt:

Das Einzige, was ich fotographieren konnte, war dieses Bild vom Eingang:

Interessant fand ich die schwarz-rot-goldenen Bommsel überall ^^ ! Nein, sie haben nichts mit Deutschland zu tun. Kann man sich vorstellen, wie es hier vor knappen 400 Jahren zugegangen sein mag, umgeben von Samurai, Priestern, dem Shôgun? Wir hatten Glück, dass die Busreise-Gruppe, welche vor uns den Schrein erreichte, schon längst wieder gegangen war und somit war das Gelände sehr ruhig und leer. Die Bäume rauschten und dufteten, die Suzumushi zirpten, ein leichter Nebel… Es wäre echt schön, an so einem Ort mal ein paar Tage ganz in Ruhe zu verbringen. Mein nächter Japan-Besuch wird, wenn es denn klappen sollte, einige Übernachtungen in einem Tempel enthalten. Ich weiß, ist seeehr früh geplant, aber man muss ja Ziele haben im Leben *hihi* !
Die Mikoshi des Schreins:


Diese Skulpturen sind alle aus Holz geschnitzt:

Ich habe gerade im Netz ein schönes Video von diesem Schrein gefunden. Die ruhige Atmosphäre auf dem Berg zwischen all den Bäumen ist echt schön!
Wie am Ende des Video gesehen, gelangt man von Tôshôgû-Schrein zum Futarasan-Schrein. Warum wir hier dem Shôdo Shônin wieder begegneten, schreibe ich beim nächsten Mal ^^ !


