Deutschland hat mich wieder und seit Montag bin ich in der Praxis aktiv, wo ich soooo lieb von meinen Kolleginnen empfangen wurde, dass fast Freudentränen gekullert waren. Drum möchte ich diesen Bericht meinen Mädels widmen. „Das Chef“ würde sagen, DIESES ist ein ganz BESONDERER Bericht… der LETZTE (<= Insider ^^ ) ! Naja, es wird der letzte von meinem Japanaufenthalt werden, aber nicht der letzte des Blogs.
Vom Tôshôgû-Schrein ging es weiter zum Futarasan-Schrein.

Im Jahr 782 erbaute Shôdo Shônin (der mit den Schlangen und der Brücke ^^ ) den Futara-Schrein zu Ehren des Bergs Futara (eines der Symbole Nikkôs), welchen er bestiegen hatte. Futara ist der ältere Name des Bergs Nantai, einer der drei in der Nähe liegenden Berge, welche als shintoistische Gottheiten in Nikkô geehrt werden. Der Berg Nantai wird uns noch später über den Weg laufen.
Der Shintoismus ist eine nur in Japan praktizierte Religion, welche lange vor dem Buddhismus entstanden war. Am einfachsten lässt sie sich mit einer Art Natur-Religion vergleichen, welche die verschiedensten Gottheiten verehrt, Verstorbene, Menschen, Tieren, Bäumen, Gewässern, Bergen, Gegenständen etc. – überall sind Götter zu finden.
Auf dem Schrein-Gelände finden sich gleich 2 interessante Baumkonstellationen, welche verehrt werden und Glück bringen – zu erkennen an den weißen Bändern.
Ein Pärchen:

Eine Familie:

Danach ging es weiter und unseren letzten Tempel, in der Tat dieses mal ein Tempel und kein Schrein, und erwischten diesen knapp vor Toresschluss. Drum mussten wir auch ein bisschen, entgegen unserer Natur, über das Gelände hetzen.
Der Taiyuinbyo ist das Mausoleum des dritten Tokugawa Shôgus Iemitsu, welche für Ieyasu den Tôshôgû-Schrein bauen ließ.
Das Tor:




Die Haupthalle


Kaum waren wir draussen, wurde die Tür geschlossen
! Der Mönchen, welcher hinter und her lief und uns somit zum Ausgang bucksierte, war fast ein wenig unheimlich ^^ !




Und dann wart auch die letzte Türe hinter uns geschlossen *hihi* ! Keine Chance zum Verstecken und zum Übernachten auf dem Gelände… wäre aber vermutlich auch zu feucht geworden.

Für die Übernachtung in Nikkô hatten wir uns das YAMAの家 ausgesucht. Eine günstige, aber hübsche Penison, sehr familiär, im westlichen Stil, leckeres Essen und ein einfaches Zimmer. Zwei private „künstliche“ Onsen, wie auf der Website weiter unten zu sehen, waren auch im Preis mit inbegriffen. War echt angenehm im Wasser zu sitzen und auf den Wald zu schauen, welcher an die Pension grenzt!
Der nächste Morgen empfing und dann mit… REGEN! Tja, so kann es gehen. Wir wollten zum Chuzenji-ko, einem großen See am Fusse des Berges Nantai, und dort umherstreifen. Der Regen war nicht einladend, aber wir sind trotzdem los. Von der Nikkô-Tobu-Station fährt ein Bus für 1100 Yen in ca. 50 Minuten zum See.
Der See entstand vor ca. 20000 Jahren, als der Nantai ausbrach und ein Lavastrom den Fluss Daiya absperrte.





Und das ist er, der Nantai, seit Urzeiten verehrt, 2484m hoch. Die Bilder entstanden im übrigen während einer 50 minütigen Bootstour auf dem See. Nicht dass ihr denkt, ich würde auf dem Wasser wandeln können
!


Der Chuzenji-ko hat einen Umfang von 25km und eine Wassertiefe von 163m. Er liegt 1269m über dem Meeresspiegel und ist Japans höchst gelegener See, bis auf ein paar künstlich angelegte Seen.
Nach der Bootstour ging es wieder zu einem Futara-san-Schrein – dieses mal am Fusse des Nantai (Futara) gelegen. Vom Bootsanleger zum Schrein ist es nicht allzu weit.





Die Menschen, die den Nantai besteigen möchten, können sich hier beim Frosch (links) in eintragen, um für eine gute Heimkehr zu bitten.

Wir sind war nicht den Berg hinauf, haben uns aber trotzdem eingetragen. Kann ja nie schaden, oder ^^ ?

Der Aufstieg beginnt hier:

Auf dem Schrein-Gelände des heiligen Berges findet sich auch dieser Baum… ist das zu glauben? 1000 Jahre alt!

Cosmos… ist sie nicht wunderwunderschön?!? Im nächsten Jahr wird sie auch in Pinneberg wachsen
!

Jedes Mal, wenn ich an den Cosmos-Feldern in Japan vorbei gegangen bin, hatte ich dieses Lied im Kopf und Dai begann es ebenfalls zu summen… Diese Pflänzchen sind die frühen Boten des Herbstes.
Als wir bei den Blumen standen fiel uns plötzlich auf, WIE ruhig es war… Warum? Wir waren irgendwie die einzigen ^^ ! Das war mir in Japan bisher glaube ich noch nie passiert. Ein Touri-Gebiet ohne Touris
! Und… der Nebel. Er kam von den Bergen, zog zwischen ihnen auf und ungelogen, binnen 20 Minuten war das Gebiet des Chuzenji-ko komplett in Nebel getaucht, was die einsame Stimmung noch bizarrer und mystischer wirken lies. Da standen wir nun, im Nebel und wir wollten von zum Kegon-Wasserfall. Dieser Wasserfall ist der einzige Ablauf des Chuzenji-ko und mit seinen 97m einer der drei höchsten in Japan.
Nur, hat schon mal jemand von euch versucht, einen Wasserfall im Nebel zu sehen ^^ ? Es war ein wirklich grandioses Schauspiel und wir Glücklichen waren tatsächlich fast allein. Binnen von Sekunden änderte sich die Sicht… mal konnte man ihn sehen, mal die Bäume, mal gar nichts. Traumhaft! Die Bilder geben die Stimmung nicht wirklich wieder, aber vielleicht könnt ihr etwas die Atmosphäre erahnen…



Und mein Lieblingsbild…

Als wir so am Wasserfall standen, umgeben von seinem mächtigen Rauschen, sagten wir uns, was für ein Glück, dass wir uns trotz des Regens, der letztendlich gar nicht so störend und schlimm gewesen war, auf gemacht hatten. Nikkô SO zu erleben, war etwas sehr besonderes und man fühlt sich den Bergen, den Vulkanen und Wäldern noch näher.
Dieses ist das letzte Bild, welches ich in Nikkô am Busbahnhof gemacht habe. Hier waren denn dann doch noch ein paar wenige Menschen zu finden ^^, welche auch zurück zum Bahnhof wollten.

Nikkô lohnt sich wirklich, aber ein oder zwei Tage mehr wären schön gewesen, um den Nantai zu besteigen oder die Senjo-gahara, ein Hochmoor, zu durchwandern. Die Natur hier ist wunderschön und es stehen verschiedene Hiking-Touren zur Auswahl mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden.
Tja… das wars mit den Berichten. Es hat mir sehr sehr viel Spaß gemacht, sie zu schreiben und ich war überrascht, WER sie alles mit Interesse verfolgt hat
! Und vielen Dank dafür, dass sich niemand über meinen Stil ausgelassen hat. Ich habe alle Berichte einfach runtergetippt und kaum Korrekturgelesen, dafür kamen sie aber von Herzen
! Und seid gewiss, die nächsten Berichte kommen bestimmt!
*winke*



Wunderschöne Fotos, ich beneide Dich zutiefst!
Mit ein wenig Glück komme ich nächsten Sommer auch wieder hin… bis dahin erfreue ich mich an anderer Leute Fotos und an meinen eigenen.
Von: Bastian am 13. Oktober 2009
um 10:46
wundervolle Bilder,am liebsten würde ic jedes einzelne kommentieren um diese Schönheit festzuhalten..Im Lyrischen…Lg E.
Von: kenzo108 am 28. Oktober 2009
um 17:52