Bemerkenswert

Herzlich willkommen

Schön, dass du hergefunden hast🙂 !

Ich bin Nicole und lebe in Pinneberg bei Hamburg zusammen mit meiner Rhodesian Ridgeback Hündin Zuki (Baganda ZamZam Zazou). Zudem begleitet häufig Tali unser Leben, der Hund meiner Eltern. Über das Leben mit den Hunden blogge ich auf “Tali’s Welt🙂 !

Auch wenn meine Zuki ein sehr wichtige Rolle in meinem Leben spielt, gibt es auch ein Leben neben meinem Hundekind.

“suí fēng” entstand im Jahr 2007, da ein lieber Mensch meinte, ich solle meine Gedanken doch schriftlich festhalten und gerne auch veröffentlichen. So geschehen die Dinge manchmal🙂 . „Tali’s Welt“ entstand ca. 1 Jahr später.

Hier war es eine zeitlang ruhig, aber das wird sich durch das Thema „Yoga“ ändern. So sprenge ich meinen mittlerweile recht groß geratenen Hundeblog nicht auch noch mit anderen Themen.

Seit 1998 arbeite ich in Hamburg in einer tollen Praxis als Dentalhygienikerin und sorge dafür, dass meine Patienten gut mit ihren Zähnen auskommen 😀 ; zudem trainiere Menschen mit Hunden im kleinen Rahmen in Pinneberg.

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In einer freien Gruppe im Pinneberger Rosengarten trainiere ich chinesische Kampfkünste  (Wudang Taijiquan und Piguazhang) .

Viel Spaß beim Lesen meines Blogs! Nicole

Was ist „Yoga“ für mich?

Vor einigen Wochen kam das Thema „Vermarktung des Yoga“ an anderer Stelle auf Facebook auf. Zusammen mit der Frage, ob überall Yoga drin ist, wo Yoga drauf steht, wenn man sich die Entwicklung einiger Yoga-Stile anschaut und die diversen Dinge, die man sich mittlerweile kaufen kann, um ein „echter Yogi“ zu sein. Daraufhin kamen mir  Gedanken, die ich in einer Gruppe teilte. Danach dachte ich, ach, das wäre auch ein schöner Blog-Artikel geworden. Knappe 2 Monate später halte ich diese Gedanken hier tatsächlich als Artikel fest 😃 .

Dieses Foto oben ist für viele meiner! „yogischen“ Momente im Leben. Sehr viele dieser Momente habe ich draußen, in der Natur, zusammen mit meinem Hund. Hätte sich das Hundekind nicht nach einem Mäuseloch zurückorientiert, hätte ich mich nicht umgedreht. Das Bild (Foto), was sich „hinter meinem Rücken“ bot, traf mich fast wie ein Schlag. Momente der natürlichen Schönheit, der Verbundenheit, der Präsenz, des Innehaltens, der Achtsamkeit, Demut, Ruhe und Liebe.

Diese Momente kommen… ganz plötzlich – ein tiefes Gefühl der Verbundenheit. Mit was? Vor allem mit mir und dem um mich herum. Ein tiefes, aber ruhiges, friedvolles Glücksgefühl. Das Gefühl, eigentlich nicht mehr zu brauchen, als genau das, was ich im Leben habe. Atmen. Spüren. Sein.

Gestern im Wald. Mein Hund und ich beobachten das Damwild, wie es durch den Wald streift. Für mich Entspannung, für meinen Hund harte Arbeit, denn beim Anblick von Wild hat sie anderes im Kopf als zu schauen und zu beobachten. Sie ist ein Jäger, hat andere Bedürfnisse. Ein Waldspaziergang ist für sie manchmal eine arge Herausforderung.

Dann schaut sie mich an, mit großen Augen. Der Blick ging durch und durch, sehr tief. Diese Verbundenheit. Liebe und Dankbarkeit, die zwischen uns in den 3 Jahren entstanden ist, auch sie trifft mich so häufig. Das ist für mich auch ein yogischer Moment.

In der Praxis, während ich am Patienten arbeite, meine Instrumentenspitze an der Wurzeloberfläche zur Verlängerung meines Körper wird und ich „Eins“ werde, mit dem, was ich unter dem Zahnfleisch nicht sehe, die Ruhe, die da entsteht, die Konzentration. Das sind für mich yogische Momente.

Ich könnte da jetzt noch einige Aufzählen. Momente, in denen ich Raum und Zeit vergesse.

Auf der Matte habe ich diese Momente selten. Hier fehlen mir diese yogischen Momente häufig. Auf dem Workshop mit Young Ho Kim Inside Yoga gab es welche und auch bei unserer Yoga-Stunde am Freitag mit Yoga-Now, von der ich schrieb. Ganz manchmal stellen sich ähnliche Gefühl ein, wie obig geschrieben.

Heute früh habe ich mich gefragt, wo der Unterschied ist. Wenn ich draußen unterwegs bin, oder am Patienten oder Taijiquan übe, dann erwarte ich nichts. Diese Momente kommen. Wobei die am Patienten auslösbar sind. Vermutlich durch das jahrelange „Training“, ebenso wie beim Taijiquan. Aber ich warte nicht, dass irgendwas passiert, es ist dann da.

Rolle ich die Matte aus mit dem Gedanken „ich mache jetzt mal Yoga“, dann erwarte ich vielleicht schon daher zu viel, weil ich jetzt ja „Yoga“ mache. Und genau da passiert dann bei mir relativ wenig. Mal sehen, wie ich diesen Knoten für mich lösen kann.

Yoga als Weg, als „Instrument/Werkzeug?“, mein Leben und generell das Leben zu verstehen mich zu verbinden, verbinden zu lernen. Da passiert ein Teil auf der Matte vieles aber auch so im Alltag im Umgang mit meinen Mitlebewesen und der Natur.

Es ist eine Entwicklung, die sich durch viele Bereiche zieht. So wie ich mir vor Jahren nie hätte vorstellen können, auf tierische Produkte zu verzichten und plötzlich war es da, ohne dass es mir bewusst wurde, was da passiert. Zwanglos. Wobei sich das entwickelte, bevor ich meine Yogapraxis wieder aufnahm.

Zwanglos. Vielleicht spüre ich die Verbundenheit auf der Matte noch zu selten, da ich ja „Yoga“ mache, mir dafür Zeit freischaufel und doch ein Gefühl erzwingen möchte, wenn auch ganz subtil vielleicht. Aber Zwang und Verbundenheit schließen sich für mich aus.

Yoga bedeutet für mich aber auch Konzentration, Fokussieren und das Hinausbewegen aus meiner Komfortzone. Die Komfortzone kann ich auf der Matte verlassen. Das ist für mich wichtig, da ich so über meinen Körper lerne, flexibler und entspannter im Alltag zu reagieren und er wird generell stärker, kräftiger. Dieses hilft mir im Alltag ebenfalls. Aber oftmals schiebt mich mein Leben einfach raus. Zack. „Schwierige Patienten, Menschen, Schüler, Kunden, Hunde, Situationen“. Der Moment wo ich denke, oh je, muss das denn jetzt sein, bis eben war alles schön  😃 .

Aber es sind gute und wichtige „Übungsmöglichkeiten“ für mich, an denen ich wachsen kann. Wie gehe ich damit um? Was mache ich draus? Wo fehlt es mir an was, dass ich diese Momente oder Menschen oder Hunde so oder so erlebe und bewerte?

Was ist für euch „Yoga“?

Yoga im Alltag – eine neue Kategorie im Blog!

Mit der Entscheidung zur Yogalehrerausbildung habe ich häufiger als zuvor die Frage im Kopf, was Yoga für mich ist, was es werden könnte. Diese Frage ist derzeit schwer für mich zu beantworten. Ich bin kein religiöser Mensch und auch kein wirklich spiritueller 😇 .

Erst dachte ich, dass es wirklich schade ist, dass ich noch so viele Monate auf den Start der Ausbildung warten muss. Aber mittlerweile bin ich echt froh drum. Ich fühle mich derzeit überhaupt noch nicht soweit, Menschen ernsthaft auf ihrem Yogaweg begleiten zu können. Ich weiß auch nicht ob ich es je können werde. Yoga ist für mich „groß“.

Ist es möglich, etwas, was sich vor zig tausend Jahren entwickelte, auf einem Kontinent, in einem Land, welches nicht das eigene ist, mit einem anderen religiösem und kulturellem Hintergrund, so weiterzugeben, dass es der Sache gerecht wird? Wie kann ich etwas so Großes in ein paar Monaten lernen?

Natürlich endet das Ganze nicht mit der Prüfung. Vermutlich fängt es danach erst richtig an. Aber immerhin ist es eine Prüfung zur Position eines „Lehrers“. Für seine Schüler trägt man Verantwortung. Und eben nicht nur eines Lehrers, der seinen Schülern Fitnessübungen für eine gute Figur an die Hand gibt oder sie sich durch seine Übungen in dem Moment einfach glücklich fühlen (Das hat für mich jetzt nichts mit besser oder schlechter zu tun. Rein sportliche Dinge sind einfach für mich greifbarer). Gleichzeitig denke ich aber, dass Yoga so „frei und ungebunden“ ist, dass er begangen und weitergegeben werden kann, egal von welchem Punkt aus man startet.



Was ist Yoga für mich?

Um ein paar Stationen in meiner Entwicklung für mich festzuhalten, werde ich in der neuen Kategorie „Yoga im Alltag“ schreiben, wie ich meine Yogapraxis in den Alltag integriere.

Ich selber sage häufig, ich gehe dann und dann „zum Yoga“ oder ich mache Zuhause täglich so und so lange meine Yogaübungen. Wenn ich das jedoch so sage, mag es sich so anhören, als gäbe es Zeiten am Tage, in denen ich Yoga praktiziere und Zeiten, in denen ich es nicht tue. So ist es jedoch nicht. Eigentlich ist die Zeit direkt auf der Matte nur ein kleiner Teil.

Yoga ist keine Religion. Yoga zwingt mich auch nicht irgendetwas zu machen, sagt nicht, wenn du dieses oder jenes nicht tust oder du diese oder jene Regeln verletzt, würde ich bestraft werden oder wäre schuldig oder sonst irgendwas.

Yoga verstehe ich als Leben, als einen Prozess und auch Zustand. Begebe ich mich auf den achtgliedrigen Pfad des Yoga, beschrieben von Patañjali in seinen Yogasutras, kann ich dieses oder jenes Ziel leichter erreichen. Vielleicht führt er mich dann auch zurück zum Ursprung.

Patañjali’s Yogaleitfaden ist eher als eine Empfehlung zu verstehen und hat keinen verpflichtenden Charakter. Yoga ist eher ein Weg der Erfahrung, nicht ein Weg der Vorschriften.

Die achte Glieder:

  1. Yamas – der Umgang mit der Umwelt (Moral/ Ethik)
  2. Niyamas – der Umgang mit sich selbst (Selbstdisziplin)
  3. Ãsanas – der Umgang mit dem Körper (Hatha-Yoga)
  4. Prãnãyãma – der Umgang mit dem Atem (Atemkontrolle)
  5. Pratayãhãra – der Umgang mit den Sinnen (Zurückziehen der Sinne)
  6. Dhãranã – Konzentration
  7. Dhyãna – Meditation
  8. Samãdhi – Erleuchtung/ die innere Freiheit/ Einheit

Diese acht Glieder werden nicht nacheinander abgearbeitet. Vielmehr bedingen sie einander, bauen aufeinander auf und ergänzen sich, sind eine Einheit. Vom Grobstofflichen ins Feine.

Ich kenne einige Menschen, die, ohne es zu wissen, Glieder des Pfades praktizieren. Das liegt vor allem daran denke ich, dass die Sutras so elementar und universell sind. Sie sind lebendig. Ich selber habe mich bisher mit der Yoga-Philosophie im Verhältnis zur körperlichen Praxis weniger beschäftigt. Stolpere aber nun, wo ich mich mehr damit beschäftige über einige Punkte, mit denen ich mich bereits sehr wohl beschäftige und auch auf Seminaren weitergegeben habe – der Daoismus und auch die Naturwissenschaft lassen grüßen.

Anders herum denke ich, dass, möchte jemand Yoga lehren, nicht darum kommt, sich intensiver damit auseinander zu setzen, es zu leben. Ansonsten lehrt er unvollständigen Yoga oder es sind dann doch nur Fitness-, Atem- und Entspannungsübungen.



Yogapraxis

Ich kann viele kluge Bücher lesen oder auch Videos schauen. Aber möchte ich den Yogaweg begreifen, ihn gehen, ihn Leben, sollte ich selber meinen Hintern hochbekommen und selber tätig werden. Das ist manchmal anstrengender als klug zu schnacken oder zu schreiben 😅 . Manchmal tut es auch weh – gerade wenn man sein eigenes Handeln reflektiert.

Damit ich mir dabei mit meinen Ansprüchen nicht selber im Weg stehe, muss ich mir, als mir im speziellen gegenüber ungeduldigen Menschen, häufiger in Erinnerung rufen, dass es ein Prozess ist. Egal ob irgendwann irgendwo eine Prüfung ist, zu der ich dieses, jenes oder solches können sollte.

Ich bin auf jeden Fall gespannt, was es alles zu entdecken gibt und vertraue darauf, dass es so kommen wird, wie es kommen soll.

Vertrauen. Vertrauen in Menschen, die mir begegnen, vertrauen in Situationen und Momenten, die geschehen, vertrauen in mich selbst.

Ahimsa und Hunde

Das Thema für den nächsten Artikel habe ich bereits im Kopf. Es ist naheliegend – für mich. Ahimsa und Hunde(-training). Ahimsa findet ihr unter den „Yamas“. Es bedeutet so viel wie nicht-verletzen/ Gewaltlosigkeit.

To be continued…!

Die richtige Yogalehrerausbildung für mich

Yogalehrerausbildungen gibt es wie Hundetrainerausbildungen – der Markt ist voll und für jeden bietet er etwas. Letztendlich muss jeder für sich selbst entscheiden, wo es sich für einen richtig anfühlt. Ich werde hier die Eckdaten meiner kommenden Ausbildung bei „Yoga-now e. V.“ aufschreiben und auch meine Beweggründe, warum ich genau diese Ausbildung starten möchte.

Vor kurzem ist bei „Yogaeasy“ ein Arikel veröffentlicht worden mit einer Liste der „Besten Yogalehrerausbildungen“. Ich kann mir da kein Urteil drüber erlauben, da ich viele der Schulen bzw. Lehrer einfach nicht persönlich kenne. Teils nur über deren Videos auf der Yogaeasy-Seite. Drum verlinke ich diesen Artikel am Ende und ihr könnt drin stöbern😀 .

Eine weitere interessante Frage war (und ist immer noch) für mich – und es war die Frage, weswegen es für mich auch gar nicht so sicher war, dieses Projekt starten zu wollen – ist es möglich, in relativ kurzer Zeit Menschen eine Basis so zu vermitteln, dass sie als Yogalehrer an andere Menschen gelassen werden können?! Da diese Frage für mich sehr elementar gewesen ist, wird es dazu jedoch einen weiteren Artikel geben.

Eckdaten der Ausbildung:

Yoga Stil: Traditionsübergreifend

Yoga Lehrer: Dozenten-Teamyoganow

Inhalt Stufe1: 

  • Was ist Yoga? (Yoga und Religion, Yoga im Heute)
  • Der Ashtanga (Der achtgliedrige Pfad)
  • Yoga-Philosophie (Sutra, Bhagavadgita, Hathayogapradipika, Grundlagen Veden, Upanishaden, Samkhya)
  • Anatomie und Physiologie I & II (Allgemeine Anatomie, Anatomie der 12 Basisasanas, Anamnese im Yoga)
  • Hatha-Yoga (Kriyas, Pranayama, Rishikesh-Reihe, Besonderheiten zu Sivananda-, Iyengar-, Power-, Jivamukti-, Vini-, Therapeutischer und Restorativer Yoga, Yoga-Nidra, Bandhas, Mudras, Adjustments im Yoga, Ashtanga-Vinyasa-Yoga, 1. Serie)
  • Übergeordnete Systeme (Chakra, Kosha, Guna, Tattva, Nadis, Mantra, Naad)
  • Meditation
  • Kundalini-Yoga [nach Yogi Bhajan] (Sichtweise und Grundlagen des Kundalini Yoga, Kriyas)
  • Grundlagen der Ayurveda
  • Der Yogalehrer (Stimmbildung und Atemschulung, Auftritt, Präsenz, Didaktik, Berufsorientierte Ausrichtung und Existenzgründung)

Dauer: 1 1/2 Jahre (17 Termine incl. Prüfung, jeweils Samstags und Sonntags + 10×90 Minuten ausbildungsferne Hospitationen)

Stundenzahl: ~500

Durchschnittliche Gruppengröße: max. 12 Teilnehmer

Weiterführende Ausbildung: Stufe 2 mit ~330 Stunden an 11 Wochenenden

Ort: Hamburg

Kontakt: Thomas Kluge info(ät)yoga-now.eu

Für mich ist es eine gut überschaubare Zeit, auch wenn mir schon etwas schwummerig wurde, als ich die Daten in meinem Kalender eingetragen habe😀 .

Wer mehr über die Ausbildungsinhalte lesen möchte, sollte in den Blogs stöbern. Viele Fotos und viele schöne Berichte!

Meine Ansprüche

Yoga ist sehr viel mehr als ein Fitnessübungs-Program, mehr als etwas, um den Körper in Form zu bekommen und geschmeidig zu werden. Mehr als Faszientraining, Muskelaufbau und Entspannung und Wellness. Auch wenn jetzt in der kommenden Sommerzeit der Punkt „Waschbrettbauch“ durch Yoga wieder das Internet zu fluten scheint😀 .

Ich hatte einfach Glück, dass ich jemanden getroffen hatte, der den Spagat schafft von dem, was ihm wichtig ist, seinen Kurs-Teilnehmern und Schülern zu vermitteln und dem, was sie vielleicht von einem Yoga-Kurs erwarten. Jemand mit einem fundierten Background. Ein Background, der für mich immer tiefer wahrnehmbar wird.

Vor längerer Zeit dachte ich, wie schön, dass dieser Mensch zusammen mit seinem Dozententeam seinen Ausbildungs-Schülern dieses Wissen mitgeben kann. Das können richtig gute Yogalehrer werden! Natürlich ist jeder für sich selbst verantwortlich, was er daraus letztendlich macht. Aber das Wissen wird zur Verfügung gestellt.

Traditionsübergreifend

Als ich vor 12 Jahren das erste Mal über eine Ausbildung nachdachte, war der Markt noch gar nicht soooo groß wie heute. Ich hatte vier Ausbildungseinrichtungen im Blick – ein Institut im Hamburger Osten, zwei Schulen in der Nähe „meiner“ Praxis und eine „4-Wochen-Ausbildung“.

Bei allen bestand das Problem für mich darin, dass sie einen bestimmten Stil vermittelten. Ich mochte mich jedoch nicht für einen festlegen – ich wollte einfach „Yoga“ lernen, studieren.

Es bestand auch die Möglichkeit beim BDY eine freie Ausbildung zu starten, bei der man selber schauen muss, zu welchen Praxisteilen man wo hinfährt. Auf der einen Seite sehr flexibel, auf der anderen war das mit dem Alltag schwer zu verbinden.

Ich selber fühle mich dem Asthanga Vinyasa sehr verbunden – einem traditionellem Stil. Dieser liegt jedoch nicht jedem Menschen. Die Menschen, die ich ansprechen möchte, sollte ich irgendwann mal so weit sein, Unterricht zu geben, würden vermutlich nicht zu mir kommen, wenn ich sagen würde, wir starten jetzt mit Ashtanga.

Daher brauche ich für meine Ausbildung auch einen weiterführenden Background. Nebst dem, dass ich meine Ashtanga-Praxis im Einzelunterricht weiter vertiefe. Für mich fühlt sich das gut an. Ein „richtiger“ Ashtangi würde vielleicht sagen, hey, Ashtanga ist für alle da. Ich arbeite jedoch seit so vielen Jahren mit Menschen zusammen, habe dabei so viele Erkrankungen kennenlernen dürfen. Auch wenn Ashtanga für alle da wäre, denke ich, dass so mancher Mensch mit etwas anderem einfach besser dran wäre🙂 .

Mein Ziel

Mein großes Ziel – ob ich dahin kommen werde, werde ich dann sehen – einen Menschen sehen/ wahrnehmen, einem Menschen zuhören und dann das in der Situation passende für ihn auswählen.

Ob ich mit meiner ausgewählten Ausbildung dorthinkomme, ob ich überhaupt die Fähigkeiten dazu mitbringe, wird sich zeigen. Aber wenigstens grobe Ziele sollten gesteckt werden😀 . Es wird ein langer Weg werden. Wie dann alles kommt, welche Wege sich vor mir auftun werden, wird sich dann eh zeigen. Ich freue mich auf jeden Fall sehr sehr sehr.

Der Artikel

Dieses ist der oben erwähte Artikel https://www.yogaeasy.de/artikel/Die-besten-Yogalehrer-Ausbildungen.

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(Das Logo dieses Artikels ist entnommen bei Yoga-now e.V.)

 

 

 

Die Yogalehrerausbildung und ich – ein neuer Blog im Blog entsteht!

Wenn ich nun schreibe, es stehen wieder Veränderungen in meinem Leben an, dann ist es irgendwie nicht richtig, denn es verändert sich ja ständig vieles. Leben bedeutet Veränderung.

Parinama

Es gab eine Zeit, da hatte ich das Bedürfnis, mein Leben bis in kleinste Detail zu planen. Glücklicherweise ist diese Zeit schon lange vorbei. Ich eigne mich nicht als Micromanagerin. Für mich ist es gut, im Groben zu wissen, wohin die Reise weiter gehen könnte. Je feiner ich in der Planung werde, desto eher wird mir bewusst, dass ich die Dinge noch weniger kontrollieren kann. Die vermeintliche Sicherheit, die das Planen und Strukturieren mir vorgaukelt, endete dann eher in einer Art Kontrollverlust😀 .

Ich lebe mein Leben. Es geschehen Dinge – gute, supergute, schlechte, superschlechte – ich treffe Menschen – nette, supernette, weniger nette – und aus diesen Dingen und Begegnungen wird dann irgendwie was draus gemacht. Die Wertung der Dinge und Menschen ist natürlich eine Sache für sich und wäre fast einen eigenen Artikel wert. Alles ist relativ. Ob gut oder schlecht, wer kann es sagen…?

Es gibt jedoch Dinge, die ziehen sich wie ein roter Faden durch mein Leben und entwickeln sich immer weiter. Daher wird der eine oder andere der mich kennt nun sagen – na, das lag doch auf der Hand🙂 . Einigen, denen ich es bereits erzählt habe sagten, es würde gut zu mir passen bzw. das ist genau „dein Ding“.

Wenn ich das hörte dachte ich nur – gut, dass ihr das wenigstens wisst, denn bis zuletzt war ich mir gar nicht so sicher.

Bevor es jetzt hier aber weiter geht und ihr entscheiden könnt, ob ihr weiter lesen möchtet oder nicht, folgt das eigntliche Thema – im September 2017 werde ich bei „Yoga-now e.V.“ eine Yogalehrerausbildung starten. Eine Ausbildung zur YogalehrerIN natürlich *g* .

An dieser Stelle nochmals ein Dankeschön von Herzen an meine Family, denn ohne ihre Unterstützung wüsste ich gar nicht, was ich während der Ausbildungszeit mit Zuki hätte machen sollen. Neben dem finanziellen Aspekt war für mich eine gute Unterbringung meiner Hündin der wichtigste Punkt. Wenn ich sie nicht gut versorgt weiß, geht bei mir gar nichts.

Ein weiters dickes Dankeschön an meinen Chef, der mich für die Ausbildungswochenenden freistellen wird, so dass ich mir keine Gedanken machen muss, dass Praxistermine in meine Wochenenden grätschen.

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Wozu eine Yogalehrerausbildung?

Tjööö…. Warum mache ich das. Ist ja nicht so, dass ich nicht schon einige Ausbildungen in meinem Köfferchen habe. Warum erneut Zeit und Geld investieren und sich wieder Prüfungen stellen. Wozu der ganze Stress für einen Beruf, bei dem man auch schauen muss, wie man sein zum Leben nötiges Geld zusammen bekommt?

Schreibe ich jetzt, dass es eine Herzensgeschichte ist, reicht es euch vermutlich nicht. Wobei es so ist. Wenn ich minutiös alle Punkte aufgelistet hätte und mir wie immer einen Kopf über alles gemacht hätte, hätte ich sagen müssen – Nic, du hast nen Knall. Komm mal wieder runter. Deine Prüfung vor der Tierärztekammer ist noch gar nicht so lange her. Eigentlich fast zwei Jahre genau *lach* . Fakt ist, dass ich diesen Beruf nicht brauche, um „überleben“ zu können. Zudem liebe ich meinen Beruf als Dentalhygienikerin und muss mich beruflich nicht verändern, um glücklich zu werden.

Mein Herz hat jedoch gesagt – mach das! Verfolge das weiter! Es fühlt sich gut und richtig an!

Die Yoga-Ausbildung mache ich vor allem für mich. Vor zig Jahren hatte es begonnen, dann kam eine Zeit, wo der Yoga und ich getrennte Wege gegangen waren und dann kam er mit einer Macht zurück, die mich fast „umgehauen“ hat. Getrennte Wege ist etwas theatralisch und drastisch geschrieben😀 . Das von vor einigen Jahren ist ja trotzdem noch in mir und hat sich mit in meinem anderen Drumherum ebenfalls entwickelt bzw. hatte mit Sicherheit Einfluß auf einiges.

In den letzten Monaten habe ich viel über mich und mit mir selbst lernen dürfen und habe dabei auch bemerkt, w i e sehr ich die direkte Arbeit mit Menschen mag – nicht nur im Bereich der Zähne. Wenn ich daran denkte, dass ich nach dem Abi eigentlich vor hatte ein Studium für einen Beruf zu wählen, in dem ich wenig Kontakt zu Menschen gehabt hätte, da mir Menschen „unheimlich“ und zu anstrengend waren, ist das schon ziemlich witzig irgendwie😀 .

Das Bedürfnis tiefer in den Yoga einzutauchen wuchs. Nie hätte ich das erwartet, als ich vor gut einem Jahr aufgrund unsere neuen Behandlungsstühle in der Praxis, via meinen extremen Rücken- und Hüftproblemen wieder zum Yoga kam. Und dann nach weiteren Monaten – ohne eigentlich gezielt nach jemandem zu suchen – einen wirklich ganz tollen Lehrer gefunden habe. Das kann ich immer noch so sagen. Aus einem „ich-muss-meinen-Körper-wieder-in-Ordnung-bringen“ wurde schnell mehr. Hätte ich diesen Menschen nicht getroffen, der durch seine Art und sein Wissen bestimmte Dinge in mir getriggert hat, wäre vielleicht alles anders gekommen. Oder auch nicht; es wäre einfach noch nicht an der Zeit gewesen.

Stolpersteine in Leben – im Moment des Stolperns könnte man sie manchmal verfluchen. Okay, oft..! Ich auf jeden Fall. Diese Dinger, die einen zwingen kurz inne zu halten, die Wehtun können, die einen vielleicht auch in eine andere Richtung schubsen oder man auch wieder aufstehen muss, wenn es eher Fallsteine als Stolpersteine waren. Bisher möchte ich aber sagen, dass fast alle dieser kleinen Steinchen wichtig waren in meinem Leben.

Die Suche nach einer guten Yogalehrerausbildung

Diese Suche war wieder keine wirkliche Suche, denn letztendlich lag die Entwicklung der letzten Monate recht klar auf der Hand. Eigentlich.  Ich komme aus einem mediznischen Bereich, habe schon ein paar Jahre an Erfahrungen in den unterschiedlichsten Gebieten „auf dem Buckel“ und habe daher vielleicht auch bestimmte Ansprüche. Ja, ich könnte mich in einem 4 Wochen-Intenivkurs zum Yogalehrer ausbilden lassen. Dazu könnte ich meinen Urlaub nutzen. Dann hätte ich den Schein bald in der Tasche. Medizinisches Hintergrundwissen habe ich, wie Training/ Verhaltenstraining funktioniert, weiß ich auch. Gruppen bekomme ich ebenfalls angeleitet. So ein Yogaschein ist fix gemacht und ich könnte durchstarten. Außerdem müsste ich dann nicht über ein Jahr warten, bis ich loslegen könnte.

Was mir für meine Ausbildung wichtig ist und warum ich mich für  Yoga-now e.V. entschieden habe, werde ich in einem separaten Artikel schreiben.

Ein Blog im Blog

Als ich vor ein paar Monaten Carmen’s Blog gefunden hatte, in dem sie über ihre Ausbildung schreibt, hätte ich nicht gedacht, dass ich es ebenfalls einmal tun werde. Dann startete ein weiterer Blog – Into Yoga – und da war die Sache für mich schon fast klar😀 .

Ich hatte überlegt, einen neuen zu starten. Die Ausbildung startet zwar erst in 1 1/4 Jahren, aber bis dahin wird sich meine eigene Yogapraxis ebenfalls weiter entwickeln. Das ist für mich keine getrennte Sache – das gehört zusammen. Wie letztendlich alles, was ich hier über die Jahre geschrieben habe, oder auch auf „Tali’s Welt“. Das alles ist ein Teil von mir und daher auch ein Teil meines Yogaweges. Ich werde hier auf einer neuen Seite einfach all die Artikel sammeln, die irgendwie mit der Yogalehrerausbildung zu tun haben. So fühlt sich das für mich gut an🙂 !

Wer mag, ist herzlich dazu eingeladen, meinem „Tagebuch“ zu folgen😀 .

 

Die dunkle Seite der Macht – auf yogischen Abwegen?!

Themen für Artikel entstehen mitten aus dem Leben. Hier auf diesem Blog verhält es sich ähnlich wie auf „Tali’s Welt„. Die Dinge passieren einfach. Mal sind es Kommentare, Nachrichten, ein Lied, ein Gedanke, mal Situationen im Leben, mit Hund, Patienten oder anderen Menschen. Es gibt Zeiten, da könnte ich gefühlt jeden Tag schreiben, dann passiert wochenlang mal gar nichts. Wobei letzteres häufig einfach an meiner Zeit liegt. Schreiben könnte ich immer😀 .

Heute schreibe ich beispielsweise aufgrund zweier Nachrichten, die mich wegen meines letzten Artikels erreichten. O-Ton: Hat dich die dunkle Seite der Macht gepackt und führt dich jetzt auf yogische Abwege😯 ?!

Als ich diese beiden Nachrichten las musste ich schmunzeln, hatte ich Ähnliches vor einiger Zeit zu lesen bekommen, als ich mit Zuki diese „Zirkusnummern“ zu trainieren begann. So ein „unseriöses“ Training waren manche gar nicht von mir gewohnt😀😉 .

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Eben noch ist die Nic total ernsthaft yogisch unterwegs (was auch immer das heißen mag) und dann steht sie auf „Akrobatik mit Musik“ und scheint ganz hin und weg zu sein.

Verbundenheit

Ich kann es super gut verstehen, wenn es jemandem aufstößt, dass ein Fokus auf den „körperlichen“ Yoga zusammen mit Musik als vielleicht „der“ Yoga schlecht hin verkauft wird. Ganz unabhängig davon, Yoga hin oder her, mich persönlich trifft Musik sehr tief. Es gibt für mich fast nichts einfacheres, um meinen Geist, Körper und Atmung zu verbinden, als in Bewegung mit Musik (ein guter Rhythmus reicht). Das ist für Menschen, die mit Tanzen nicht so viel zu tun haben, evtl. schwer vorstellbar. Der Herzschlag hat einen Rhythmus. Das Leben hat einen Rhythmus.

Eine tiefe Verbundenheit spüre ich ebenfalls im Qigong und Taijiquan. Diese Verbundenheit hat eine andere Qualtiät. Ob besser oder schlechter mag ich gar nicht bewerten. Beide sind anders, obwohl sie beide „fließen“ lassen und Energien generieren. Beide sind mir wichtig.

Mit dem Yoga klappt das noch nicht so auf dem Level, wenn ich hier die Musik jetzt mal außen vor lasse. Ich brauche da mehr Übung, mehr Anleitung.

Ja, warum macht sie das denn, wenn es woanders schon so super klappt? Wofür brauche ich denn Yoga?

Da ich mir sicher bin, dass im Yoga noch so viel mehr steckt, als meinen Körper schmerzfrei zu bekommen (unglaublich, aber ich arbeite immer noch ohne Schmerzen!). Ich fühle, dass da sehr viel mehr zu erforschen ist – wofür das Ergebnis dann auch immer gut sein könnte. Und dass das vermutlich auch etwas deutlich anderes ist, als wenn ich einen Flow zur Musik mache. Ich komme da aber nicht ran. Auf jeden Fall habe ich es in den letzten Monaten nicht geschafft. Keine Sorge. Ich übe nicht mit dem Gedanken, dass es jetzt gleich puff macht und ich ein ober krasses Gefühl bekomme und die Welt auf einmal ganz anders aussieht. Ich merke jedoch, dass mir was fehlt.

Wobei das auch nicht ganz richtig ist, denn es hat sich für mich einiges in den letzten Monaten verändert. Nicht direkt bei den Übungen selber (da werde ich einfach „nur“ immer kräftiger, flexibler und fühle mich danach super, lebendig), sondern im Leben generell. Da das Wudang-Training aber auch noch parallel läuft, kann ich gar nicht genau sagen, was da wie wo Einfluss auf Wasauchimmer nimmt.

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Lehrer

Ohne einen guten Lehrer ist es schwer, über einen gewissen Punkt hinaus zu kommen. Je nach dem, welche Fragen man hat, braucht man jemanden, der diesen oder jenen Level an Wissen und Erfahrung hat. Habe ich „einfache“ Frage, finde ich sie in Person XY, habe ich „weniger einfache“ Fragen, reicht Person XY dafür vielleicht nicht mehr. Ich habe derzeit für mich jemanden gefunden, ohne eigentlich gezielt gesucht zu haben. Vielleicht unbewusst. Aber vermutlich ist es so, dass man sich von den Menschen angesprochen, angezogen fühlt, von denen man das Gefühl hat, dass sie einem die Antworten geben können. Und das vielleicht, obwohl man die Fragen noch gar nicht ausformuliert hat.

Wenn eine Person beispielsweise sagt, dass eine „heilige“ Sprache keine Wirkung auf sie hat. Dann vielleicht, weil es einfach keine Wirkung gibt (wissenschaftlicher Beweis vorhanden ja/nein?) oder vielleicht, weil die Person noch nicht so weit ist, sie zu spüren. Who knows?

Ernenne ich als diese Person als meinen Lehrer, dann ist die Chance, dass ich Zugang zur heiligen Sprache bekomme, vermutlich geringer. Oder wir würden sie vielleicht zusammen entdecken. Das wäre auch schön! Wobei sich dann dieser Lehrer dazu vermutlich auch frei machen müsste von anderen Gedanken, die aus seinen Erfahrungen in seinem Leben produziert werden.

Das Problem „heiligen Sprache Wirkung“ lässt sich auf viele Punkte im Yoga übertragen. Es ist schwer etwas zu entdecken, zu erforschen, wenn ich es für mich von Grund auf ablehne oder es schon abgeworfen habe, ohne zu wissen, ob es nicht doch da ist. Abwerfen kann ich später, wenn die Basis stimmt. Aber ich kann meine Basis nicht vernünftig aufbauen, wenn ich von vorherein bestimmte Dinge ausklammere. Die Freiheit möchte ich mir (von einem Lehrer, Trainer, Coach, von mir selbst) nicht nehmen lassen.

Ich kann über vieles Lachen, schmunzeln, kann Gedankenkonstrukte bilden und überlegen, wie was sein könnte, was wo dahinter stehen könnte oder auch nicht und sagen, ja, das ist alles schlüssig. Aber gleichzeitig glauben, dass da trotzdem mehr ist.

Mein Background ist schulmedizinisch, wisschenschaftlich. Neurobiologische Vorgänge sind mit detailliert vertraut, Verhaltensbiologie und verschiedene Lernformen ebenso. Ich kann das nicht abwerfen, wenn ich mich auf mein Qi konzentriere, aber es lebt sich für mich gut mit beiden „Systemen“ zusammen. Vermutlich wird irgendwann jemand Schlaues die Verbindung zum Qi, Prana und der Wisschenschaft gefunden haben.

Zukunft

Der Workshop bei Young Ho wird vermutlich nicht der letzte bei ihm gewesen sein😀 . Ich fand ihn wirklich super gut. Und ich werde auf diesen Workshops und ähnlichen vermutlich weiterhin super viel Spaß haben, mich gut fühlen und jedes Mal etwas für mich mitnehmen. Ich kann mich in jemanden total „verlieben“, aber ich muss ihn deswegen doch nicht gleich heiraten🙂 . Und das ist vollkommen okay! Wäre ja noch schöner😀 .12080211_1074098529267707_4171399392859225333_o

Also keine Sorge – auch wenn ich von Armbalancen angeknipst bin und tatsächlich auch mal gute Mucke zu einem Flow laufen lasse und sogar schaue, wo ich mal wieder „Inside-Yoga-mäßig“ hin könnte – habe ich mein grobes Ziel vor Augen. Und ich bin sehr froh und glücklich das Gefühl zu haben, jemanden mit Antworten für „meine derzeitigen Fragen“  gefunden zu haben🙂 . Bzw jemanden, der mich dabei unterstützen kann, meine Antworten zu finden.. und neue Fragen😀 . Aber das Leben ist so bunt, wer weiß, wo wir letztendlich landen werden. Die „Wahrheit“ an sich, wer kennt die schon…?! Möge die Macht immer mit euch sein! Und „Musik“ in eurem Leben❤ !

Lach, da musste ich eben an Kakashi in dieser Szene denken. Kakashi ist sowieso der Beste überhaupt😉😀 ! Mit dem würde ich echt gerne mal trainieren LOL!

 

 

 

Ein „Young Ho Kim Worksho Review“ – Practice „smart“ and all is coming

Nun ist es schon vorbei, das Wochenende mit Young Ho Kim von „Inside Yoga“ zu Gast bei „Flying Yogi“ in Hamburg. Vieles jedoch wird jetzt erst beginnen bzw. hat schon begonnen.

Die Stunden zusammen mit Young Ho und seiner sehr sympathischen Assistentin Marie waren inspirierend, erfrischend, lustig, Grenzen verschiebend, forschend, erkundend, lebendig, emotional, „ketzerisch“, schweißtreibend, rhythmisch, nachdenklich stimmend, stimmungsaufhellend und voller Liebe. Ich könnte noch mehr Stichworte aufschreiben, aber das muss jetzt erst mal reichen.

Young Ho hat versucht in der Zeit, die er zur Verfügung hatte, uns sein Verständnis von Yoga als Wissenschaft zu vermitteln. Er hat Updates vorgestellt und sie zum „Download freigegeben“, welche jeder, der mag, bei sich installieren darf. Mir ist sehr bewusst, dass die Stunden nur ein sehr kleiner Einblick in sein „Inside Yoga“ waren, aber die Tiefe dessen, was dort in Frankfurt gelehrt wird, war deutlich zu erkennen und zu spüren. Wer mag, kann auf seiner Seite schauen, was speziell auch in den Teacher-Trainings angeboten wird.

Er ist ein sympathischer, herzlicher, bodenständiger, selbstkritischer, unkomplizierter, pragmatischer und undogmatischer  Mensch, der mit viel Hingabe seinen Weg geht und über sich selbst lachen kann. Auf jeden Fall kam er an den beiden Tagen so rüber😀 . Vielleicht liegt es daran, dass wir beide fast dasselbe Alter haben, mit derselben Musik aufgewachsen sind, den Kampfsport/ -kunst als Background haben – aber er ist der Typ Mensch, bei dem man sofort das Gefühl hat, über alles zu reden zu können, zu hinterfragen, zu philosophieren und gleichzeitig sein „Kind im Inneren“ ausleben zu können. Manchmal denke ich über mich selbst, dass ich doch so langsam mal ernster im Alter werden müsste. Und dann steht da jemand, der noch verquerere Gedanken hat und diese lebt. Ich bleib so, wie ich bin und bin bereits dabei, Updates zu installieren und eigene zu entwickeln *lach*.

Young Ho versteht sich als Trainer/ Coach, der einen voran bringen kann, wenn man möchte. Wem es nicht gefällt was er tut, geht dann halt einen anderen Weg. Er ist kein Animateur, sondern versteht sich eher Reiseführer, der seine Schüler auf den Weg führen möchte, Tipps und Ideen gibt, so dass sie ihren „Mahaguru“, den größten Lehrer, der in einem selbst steckt, finden können.

Ich hatte am Wochenende keinen Stift und Zettel dabei, mein Päddi war zu hause. Daher ist vieles aus der Erinnerung heraus geschrieben. Ich konnte nicht ahnen, dass er am Sonntag sagt, holt jetzt endlich eure Smartphones raus und nehmt euch auf! Strichmännchen waren gestern. Mit Videos und Fotos geht vieles einfacher und individueller in Hinblick auf die eigene Praxis. Yay! Mein Phonie hatte noch Kazapitäten für wenigstens ein paar Videos😀 .

Dieser Artikel wird daher etwas länger, da er vor allem für mich als Erinnerung, als Tagebucheintrag an dessen dient, was wir gemacht haben. Es steht nicht alles darin – dafür habe ich noch eine extra Zusammenfassung nur für mich. Öffentlichkeit ist gut, aber einiges bleibt privat. Also nicht dass ihr denkt, das hier war alles.

Sollte Young Ho den Bericht lesen und denken, joooaaaa, das war schon ganz gut zusammen gefasst *hüstel-und-augen-zu-halt*  – ich kann vieles „noch“ nicht, aber ich bleibe dran! Daher ist alles ohne Gewähr😀 .

Für diejenigen, die Probleme damit haben, längere Artikel zu lesen, können hier aufhören, denn das Wichtigste ist eigentlich bereits geschrieben😉 . Ich werde den Samstag und Sonntag teils zusammen „abhandeln“, da sie einfach zusammen gehören.

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Erstes „Zusammentreffen“ 2005

Das erste Mal bin ich ihm 2005 „begegnet“. Auf einer Tai Chi DVD. Zu der Zeit habe ich noch Kendô gemacht, war aber auf der Suche nach etwas anderem, begleitendem. Die Bewegungen auf der DVD fand ich zwar ziemlich cool, aber ich dachte, hmm… Taijiquan ist das nicht. Sorry Young Ho😀 . Die DVD hab ich schnell verkauft und traf dann 2008 auf Ismet Himmet – das passte😀 .

Vor ein paar Jahren war ich bei Youtube auf ein Video gestoßen, wo Yoga zu einer Musik choreografiert wurde. Das fand ich mal gut! Mutig, das so zu kombinieren, dachte ich. Hab das aber nicht weiter verfolgt, da ich zu der Zeit mehr taoistisch unterwegs war. Ich hab Young Ho noch nicht mal bewusst wahrgenommen und gar nicht realisiert, dass das der Mensch von der DVD ist. Erst vor ein paar Monaten, als ich mich doch entschlossen hatte, bei Yogaeasy einzusteigen, dachte ich – huch?!? Den kennst du doch?

Das erste Video, welches ich durchgegangen bin, war „Yoga for better sex“. Ich fand den Titel so angenehm „provokant“. Die Kommentare waren auch teils so herrlich empört aufgrund der Titelwahl, dass ich dachte, das musst du dir dringend anschauen https://www.yogaeasy.de/videos/yoga-fuer-better-sex-oder-ein-hueftoeffner-quickie-vinyasa-flow-power-yoga .

Das ist Yoga? dachte ich so bei mir. Aber super ist das! Ein gutes Workkout allemal. Danach kamen weitere und bei einigen dachte ich – oh, etwas zu herausfordernd für dich derzeit. Aber eines war Ende des Jahres klar, ich wünschte mir einen Workshop für 2016 mit ihm. Dass das jetzt alles so fix ging, hätte ich nicht gedacht. So kommt es aber halt manchmal.

„Inside Yoga“ – Theorie

Der Workshop fand in den schönen Räumlichkeiten von Flying Yogi in Altona statt. Das Team, welches uns empfing war sehr nett. Die Atmosphäre war so, dass ich mich gleich sehr wohl gefühlt habe. So etwas nimmt mir schon immer einen Teil der Aufregung. Wenn ich mich heimelig fühle, ist alles gut.

Das Teilnehmerfeld war sehr weit gefächert. Manche waren jünger als ich, viele gleich alt oder auch viel älter. 1/3 bis ½ Yogalehrer(-innen). Einige waren Young Ho Wiederholungstäter (-opfer😀 ), andere so wie ich Neulinge.

Young Ho und Marie hatten keine Matten dabei und haben es sich auf dem Boden vor der ersten Reihe so bequem gemacht. Letztendlich waren sie eh immer in Bewegung.

Vor der Vorstellung noch wurde die Musik gestartet, ein bisschen HipHop zur Einstimmung – ab auf die Matte und in den herabschauenden Hund. Eine kurze, warmmachende Sequenz mit interessanten Ideen. Die kurze Warmmachintro war bezeichnend für alles Folgende.

Danach stelle sich Young Ho und sein „Inside Yoga“ kurz vor, sowie auch seine Assistentin Marie.

Die drei Säulen der Inside Yoga Philosophie:

  1. Wir glauben an die Evolution!
  2. Wir glauben an die Kraft der Musik!
  3. Der größte Lehrer von allen, Mahaguru, ist in dir!

Lernen endet niemals. All you need is inside!

Tradition und Moderne

Es begegnet mir in der Kampfkunst und auch im Yoga – Tradition und Moderne scheinen in vielen Köpfen wie Yin und Yang. Die „Traditionalisten“ schütteln mit dem Köpfen, was andere aus den wertvollen Dingen von Einst machen, die „Modernen“ schütteln mit den Köpfen, dass die anderen so starr an „ihrem“ festhalten. Und ich denke so manchmal – hey, das eine geht ohne das andere nicht. Eine gute Basis muss sich weiter entwickeln, sonst ist sie „tot“. Alles im Leben verändert sich, entwickelt sich, möchte bzw. sollte besser werden. Zudem ist das, was viele heute als traditionelles Yoga praktizieren, auch noch gar nicht soooo alt. Wenn ich jetzt mal Tirumalai Krishnamacharya (1888-1889)  nehme, der zusammen mit seinen Schülern so was wie ein Wegbereiter des Iyengar-, Ashtanga- und Viniyoga war. Dann ist das halt nicht wirklich alt. Und auch in den Jahren ist zu sehen, wie sich der Yoga auch schon dort weiterentwickelt hat, da jeder Schüler seine Ideen, sein Wissen und seine Erfahrungen hat einfließen lassen.

Und dann sitzt da ein Young Ho und sagt genau das. Und er stellt die Frage in den Raum, warum die „Gurus“ von einst es besser wissen sollten als die Menschen von heute, die sich mit der Thematik ebenfalls auseinander setzen und neue wissenschaftliche Erkenntnisse in den Yoga mit einfließen lassen? Warum nicht den Yoga modernisieren, entwickeln, Dinge anders machen als die alten Meister. Heute wird in der Medizin auch anders operiert als damals.

Er fragt, warum Sanskrit eine „heilige Sprache“ ist, die bestimmte Wirkungen haben soll? Ist es so? Fühlt es jemand von uns oder fühlen wir es nur, da es aus Indien kommt und einfach so interessant klingt und schick ist? Bin ich noch nicht so weit, dass ich es fühlen kann? Von dieser Art Fragen gab es noch einige mehr und jeder durfte sich damit auseinander setzen. Ihm war wichtig, dass man kritisch und skeptisch bleibt, auch ihn selber hinterfragt. Wobei er sich dann auch nicht zu schade ist mal zu antworten – weiß ich gerade nicht. Nur weil man das Tun und die Ideen der alten Gurus hinterfragt heißt es nicht, dass man ihnen gegenüber nicht respektvoll ist.

Bei Inside Yoga wird auch kein „Om“ zu Beginn der Stunde gesungen, keine Mantren. Kein „Gleichschalten“ der Schüler, kein Einstimmen auf diese Art. Young Ho empfindet es als leichte Manipulation seiner Schüler vor dem Unterricht. Er möchte eine Begegnung auf Augenhöhe. Yoga ist eine Wissenschaft und keine Religion und wir wären nicht in der Kirche. Jeder soll so individuell bleiben, wie er ist. Er nutzt auch kaum Sanskritnamen der Asanas. Die Marie musste bei den Worten ebenfalls etwas schlucken, aber sie studiert Philosophie und musste den teils deutlichen Worte zustimmen.

Young Ho berichtete von seiner aktiven Taekwondo-Zeit und dem „überlegenen und erhabenen“ Gefühl, welches er hatte, als er alles auf Koreanisch ansagte – seinen Schülern, die Probleme hatten, die Worte gut auszusprechen, manche dann sogar Koreanisch gelernt hatten gegenüber. Er möchte sich nicht mehr mit Sanskrit schmücken. Er braucht es nicht mehr. Diesen Teil hat er abgeworfen und nutzt die Sprache, die seine Schüler sprechen, mit welcher er sie direkter erreichen kann. Den Bezug des Yoga zum Hinduismus, zum Sanskrit, zum Kastensystem und Teile dessen heute weiter führen, da es einfach zum Yoga gehört… damit hat er Probleme, auch, da dem Ganzen für ihn ein Hauch „Nationalismus“ anhaftet. So bindet jeder seine eigenen Erfahrungen ein in seine Praxis, stellt sich Fragen.

Dieser Part wurde am Sonntag nochmals länger behandelt und alles aufzuschreiben sprengt hier echt den Rahmen. So kurz angerissen liest sich das jetzt vielleicht blöd irgendwie und ich hatte überlegt, ob ich diese Punkte mit anführe, da sie dessen, was Young Ho vermitteln wollte, vielleicht nicht gerecht werden würden. Aber ich fand die Punkte so elementar, dass das nun nichts nützt. Und ich hoffe, dass er über meine Ausführung jetzt nicht komplett den Kopf schütteln würde. Wer mehr darüber erfahren möchte, nehme einfach Kontakt zu Inside Yoga auf😀 .

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Die Praxis

Wir wurden gefragt, was wir gerne würden machen wollen. Der Wunsch nach einem „Inside Flow“ wurde natürlich geäußert. Young Ho sagte aber, dass der sich zwar gut anfühlen würde, aber ob wir nicht auch Lust hätten, da doch einige Lehrer im Raum waren, neue Ideen für die Praxis mitzunehmen. Also eher Richtung Körperfunktion, Alignment, Assists und ggf. im Anschluss einen Flow. Super Idee, dachten wir. Und schon wurden Chaturanga und Kakasana in den Raum geworfen.  Chaturanga? Ach, ein Low Pushup! Kakasana? Bakasana? Ach, einen dieser Vögel! meinte er etwas „ketzerisch“😀 Tja, daraus folgte dann, dass wir uns die Stunden mit den Arm Balancen in den verschiedensten Variationen auseinander gesetzt haben. Ich glaube fast, das war auch sein Plan *g* . Denn der erste Tage befreite einen so von alten Lasten, von Grenzen, dass am folgenden alles leichter aufgenommen werden konnte. Auf jeden Fall bei mir.

Ich dachte, suuuuper Idee. Gerade ich, die sich vor ein paar Monaten überwunden hatte, die Krähe wieder in Angriff zu nehmen und gerade dabei ist, den Handstand zu üben, landete in einem Workshop für Arm Balancen. Da wusste ich noch nicht mal, w o das hinführen sollte.

Wir lernten die Zusammenarbeit von Beinen, Bauch/ Core und Schultern unterstützt von viel „Würde“. Dazu durften wir spüren, was LTE (Light through engagement / Leicht durch Anstrengung) mit uns macht, während wir auf den Armen balancierten.

Unter den Übungen waren:

  • Eka Pada Bakasana mit versetzten Armen
  • Eka Pada Koundinyasana II mit versetzten Armen
  • Halbmond
  • Halbmond einem Bein, unterer Arm parallel zum Boden
  • von da Handstand mit angewinkelten Beinen und ins „Rad“, Halbmond wieder auf anderer Seite

Die Übungen waren herausfordernd und wurden sprunghaft immer komplizierter. Young Ho sagte, da ist gut so, denn dann kommt einem anderes gleich viel leichter vor von dem man vorher dachte, was ne „S*****-Übung“. Er hatte… recht.

Geendet hatte das ganze dann tatsächlich für eigentlich alle, auch für mich, im Hollowback Pincha Mayuranasana. Googelt danach, dann wisst ihr, wie das aussieht.

Alles eine Sache der Mitte und der Zentrierung

Wenn man da so über Kopf auf den Armen balanciert und das Gehirn aufgrund der neuen Position so gar nicht mehr weiß, wo oben unten rechts und links ist, man die Orientierung verliert, dann schlägt der Körper Alarm. Das Navi ist out of order. Wir durften lernen, wie wir unsere Mitte, unser Zentrum in diesen Positionen aktivieren können, damit wir nicht kopflos werden. Eine für mich sehr wichtige Erfahrung nicht nur für den Yoga.

Kritik?

Da der Workshop für alle Level ausgeschrieben war, war es für die Anfänger mit Sicherheit teils zu heftig. Ich wusste, dass ich einiges an Kraft durch das Training entwickelt habe und konnte gut einschätzen, was ich noch mitmache und was ich mir dann einfach anschaue. Probleme hatte ich mit den Assists. Denn die Übungen waren super komplex und teils auch für Ungeübte nicht ungefährlich. Bei den Assists habe ich mich nicht wirklich sicher gefühlt. Da hätte ich mir mehr Zeit für gewünscht. Denn das richtige Führen und Halten in eine Übung ist ebenso wichtig wie die Übung selber. Aber Young Ho und Marie taten ihr Bestes, jedem einmal selber in Position zu bringen. Das war dann schon ein gutes Gefühl, weil sich einiges für den Körper gleich ganz anders anfühlte. Dabei waren es teils nur minimale Bewegungen, die vorgenommen wurden, die massive Veränderungen im Körpergefühl ausgelöst haben. Und sich besser angefühlt haben, als die „klassischen, traditionellen“ Varianten. Wobei ich da für mich sagen muss, dass ich auch da noch echt Defizite habe und dieses natürlich auch Auswirkungen auf mein Körpergefühl hat.

Warum Asanas so machen, wie in den Büchern steht? Warum nicht den Körper auch mal anders ausrichten? Wie fühlt sich das an? Wie fühlt sich die Atmung dann an? Warum beim Krieger II den Kopf den Fingerspitzen folgen lassen? Wie fühlt sich die Stellung für mich an, wenn ich mich so oder so bewege?

Unglaublich spannend und noch spannender, in welche Bereiche es dem Körper dann möglich ist, sich zu bewegen, obwohl es vorher nicht ging.

Machst du die Dinge so wie immer, machst du die Dinge wie immer. Das kann sich gut anfühlen, Sicherheit geben, gut sein, es bringt dich aber vielleicht auch nicht weiter, macht dich evtl. träge und depressiv. Mach es mal anders, sei wie ein Kind! Probiere aus! Entwickele dich, egal wie alt du bist!

Üben – üben – üben – oder lege dich auf die Matte und höre auf, wenn es nicht klappt

Neue Bewegungen lernt der Körper über das Üben. Es gibt keine Tablette zum Schlucken, damit wir etwas schneller erlernen, keine Magie. Wir müssen üben. Wenn wir mit neuen Dingen starten sind wir uns bewusst, dass wir sie noch nicht können. Daher ist es quatsch nach der ersten Wiederholung trauernd zu Boden zu sinken und zu sagen, ich kann das nicht. Das war vorher schon klar! Aber dieser Gedanke macht eine ungute Stimmung, er zieht uns runter, ist destruktiv. Noch schöner eventuell, wenn wir danach in die Stellung des Kindes gehen, so Young Ho. Vielleicht mal nach einem „Umfaller“ einen aufrechten Sitz ausprobieren und danach neu starten.

Ja, ich konnte viele Sachen „noch“ nicht! Wurde aber ermutigt, sie immer wieder zu probieren, nicht so viel nachzudenken. Irgendwann wird es klappen.  Falle ich um, passiert nichts. Aufstehen, weiter machen! Noch… ein kleines Wort mit großer Wirkung.

Während wir so vor uns hin stöhnten wurden wir ab und an nett daran erinnert – denkt daran…  wenn es bei euch nicht klappt, sofort! aufhören und auf die Matte legen *g* . Das hat so was von gesessen *lach*.

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Practice „smart“ and all is coming

In Anlehnung an den viel zitierten Spruch von Pattabhi Jois – übe, und alles wird kommen – seine Universalantwort auf fast alle Fragen seiner Schüler, sagte Young Ho, dass er das auf ein Wort ausweiten möchte. Practice smart – mit Köpfchen. Hinterfrage, erforsche, denke nach. Ich selber habe Pattabhi Jois nicht kennen gelernt, aber ich weiß, dass sein Englisch recht gebrochen war. Vielleicht meinte er tatsächlich mit seiner Antwort auch genau das.

Tut Yoga den Menschen gut, ist es aufgrund Tradition. Richtet Yoga „Unheil“ an (und das kann er durchaus), dann ist es die Schuld des Übenden, nicht der Tradition – überspitzt gesagt. Young Ho möchte seinen Schülern mitgeben und sie anleiten, auf sich selbst zu hören. Was tut einem gut, was fühlt sich für einen wie an, den eigenen Mahaguru zum Leuchten bringen, ihn finden. Wir alle möchten uns durch den Yoga etwas Gutes tun und nicht nach Jahren der Praxis das Gegenteil erreicht haben.

Der „Inside-Flow“

Musik spielt im Inside Yoga eine große Rolle. Musik erreicht Menschen auf unterschiedlichste Weise, weckt Emotionen. Und dieses darf man sich gerne zu Nutze machen. „Laut werden“ um die Stille genießen zu können. Nicht immer, aber oft. Bei der Titelauswahl sollte der Beat stimmen und auch der Text. Es gibt einige gute Lieder, die sich für einen Flow eignen würden, aber der Text nicht😀 .

Zu den Liedern choreografiert Young Ho einen abgestimmten Vinyasa-Flow. Bei diesen Flows wird in den Stunden dann nicht auf Alignment geachtet, dafür gibt es Ausrichtungs-Stunden. Die emotionale Wirkung ist ihm hier wichtig, dem Herzen folgend und die spezielle Verbindung von Körper(-bewegung), Atmung und Geist in diesen Momenten.

Zum Abschluss am Sonntag, nachdem wir Basics wie den herabschauenden Hund, den Krieger, den Halbmond, Wild Thing und Rückbeugen aufpoliert und neu orientiert hatten, spüren durften, wie gelöst es sich in der Anspannung anfühlen kann, kamen wir dann tatsächlich noch zu einem wundervollen und für mich sehr emotionalen „Inside Flow“ zu dem Lied „Falling slowly“ aus Once in der Musical Version. Die Choreo musste ich gestern Abend gleich für mich nochmal auf Video aufnehmen. Ein ganz bisschen wie Tanzen! Das Lied hat nun für mich so eine schöne Bedeutung, dass ich mit Zuki schon geschaut habe, ob wir da was raus choreografieren können. Geht❤ !

Unglaublich, wie schnell Young Ho den Flow mit uns aufbauen konnte und wir ihn mehrmals hintereinander durchgegangen sind. Das letzte Mal durfte jeder eine spezielle Widmung für sich aussprechen und dann den Flow starten.

Danach folgte noch eine Abschluss-Meditation, welche einen Teil der Inhalte dessen, was wir an dem Wochenende erlebt hatten, beinhaltete.

Es gibt noch so viel zu lernen, zu entdecken, zu erforschen. Ein Wochenende mit vielen neuen Aspekten. Ich nehme aus diesen Stunden nicht nur auf den Yoga bezogen viel mit und bin den Veranstaltern dankbar, dass sie Young Ho nach Hamburg eingeladen haben und ich bin Young Ho für sein inspirierendes Wochenende sehr dankbar! Das war auch das einzige, was ich zum Schluss ihm gegenüber bei der Verabschiedung raus brachte – danke danke danke!

Die Sache mit dem Ehrgeiz, den Grenzen und der Achtsamkeit – Der Handstandclub

Vor ein paar Tagen habe ich mich beim Handstandclub angemeldet. 10 Tage lang wird sich eine kleine Gemeinschaft von Menschen aus ihrer Komfortzone bewegen und „gemeinsam“ das Thema Handstand angehen.

Heute startet der erste Tag. Solche Momente lassen mich nachdenklich werden. So wie heute.

Warum mache ich das? Was treibt mich an?

Ich muss mir nichts mehr beweisen. Nur weil vermeintlich alle Welt auf den Händen stehen kann, muss ich es nicht auch können. Mein Körper setzt mir in verschiedenen Situationen Grenzen. Zum einen ist er einfach nicht mehr wirklich jung. Die Jahre hinterlassen alleine schon der Jahre wegen Spuren.

Daneben hat er einige Operationen überstehen dürfen, von denen für mich die beiden Knöchelfrakturen des linken Sprunggelenks heute noch spürbar sind. Der linke Fuß ist definitv instabiler und ich brauche dort immer etwas mehr Training. Aber auch nicht zu viel, dann beginnt es zu ziehen.

Im rechten Oberschenkel knallte es vor Jahren mal ganz mächtig beim Dehnen. Danach konnte ich das Bein kaum mehr strecken. Es dauerte gut ein halbes Jahr, bis ich ansatzweise wieder so was wie eine Vorbeuge machen konnte. Heute noch hängt die Dehnung im rechten Bein geschätzt immer ca. 30% hinterher. An guten Tagen weniger, in weniger guten Tagen mehr.

Durch die knappen 20 Jahre am Behandlungsstuhl mit verdrehtem Sitzen ist meine Rückenmuskulatur rechts übertrainiert für den Bereich. Bei der Hüfte muss ich aufpassen, dass mein ISG nicht schlapp macht, wenn ich sie am Stuhl so weit öffen und verdrehen muss. Wie sehr durch das Arbeiten Hals-, Brust- und Lendenwirbel in Mitleidenschaft gezogen sind, weiß ich nicht.

Praxis Halben Hamburg

Grenzen

Wenn ich für mich zuhause übe, dann habe habe ich im Kopf, dass ich meinen Körper nicht überstrapazieren darf. Ich trage für ihn die Verantwortung. In gewisser Weise passt er ja auch auf mich auf, in dem er mir Signale gibt. Ist nur manchmal nicht so leicht zu verstehen, was er mir sagen möchte😀 .

Ich übe achtsam, versuche viel hineinzuhorchen. Es ist manchmal eine Gratwanderung. Aber durch die Jahre weiß ich, wie sich Schmerzen anfühlen, die durchaus okay sind und Schmerzen, die mich alarmieren. Für mich ist es sehr wichtig, die Komfortzone zu verlassen. Würde ich das nicht tun, wäre mein Körper heute nicht so fit, wie er ist. Und tatsächlich fühlt er sich seit Monaten so fit und gut an wie schon seit Ewigkeiten nicht mehr.

Ich bin mir meiner groben Grenzen bewusst, aber gleichzeitig versuche ich beim Üben so weit zu gehen, wie es möglich ist ohne eine Grenze im Kopf zu haben bzw. sie vorher zu definieren.

Gegen den eigenen Körper kämpfen

Ja, ich muss mich manchmal bewusst bremsen. Es gibt Tage, da geht die Motivation mit mir durch und ich werde ehrgeizig. Aber ich weiß, dass ab da das Üben an Qualität verliert. Ich muss mir nichts beweisen und der Welt schon gar nicht. Ich mache das alles für mich und mein Wohlergehen. Und das kann ich nur, wenn ich nicht anfange, gegen meinen Körper zu kämpfen, ihn über seine Grenzen zwingen zu wollen. Ich muss das schon mit ihm zusammen machen🙂 .

Sich bremsen

Damals in meiner Ausbildung hatten wir einen uuuunglaublich tollen Anatomie Professor. Dieser Mann hat Zellen in verschiedenen Farben an die Tafel gezeichnet. Kunstwerke! Er war so verliebt in jede Zelle, sprach so bewundernd über dieses kleine Leben. Und er sagte zu uns – denkt daran, wenn ihr mit euren Instrumenten unter das Zahnfleisch geht! Denkt daran, was ihr alles an Schaden anrichtet! Seid vorsichtig, umsichtig und respektvoll den Zellen gegenüber!

Ich habe diese Worte während der Arbeit so häufig immer noch als Hintergrundrauschen im Kopf, sogar auch, wenn ich mit Zuki ihre Übungen trainiere. Und auch bei meinen Übungen zuhause. Daher bin ich sehr glücklich über die schönen Yoga-Anatomie-Bücher, die es mittlerweile zu erwerben gibt. (Nicht nur) der menschliche Körper ist so faszinierend. Leben ist faszinierend!

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All die kleinen Zellen, die ich durch meine Übungen bewege, anspreche – teils auch indirekt. Alle müssen sich auf neue Situationen einstellen – abbauen, umbauen, neu formieren. Kleine Verletzungen muss der Körper auch mal eben schnell in den Griff bekommen. Ganz nebenbei evtl. noch mit Baktieren und Viren kämpfen, das Gehirn alles steuern, die Neuronen auf Höchstleistung, das Herz, das regelmäßig angepasst arbeiten soll und und und. Das alles braucht ZEIT!

Yoga ist so ein wundervoller Weg, um sich in Geduld üben zu können und die Fähigkeiten eines Beobachters zu trainieren🙂 .

Der Handstandclub

Handstand in 10 Tagen – ich könnte jetzt geneigt sein zu sagen, was für ein Quatsch. Starten untrainierte Menschen ohne Anleitung in den Handstand, kann das übel ausgehen. Doch letztendlich ist diese „Gefahr“ immer gegeben, egal ob beim Lernen von Youtube-Videos, DVD’s, suboptimalen Lehrern oder sonst was🙂 .

Ich habe meinen Schultergürtel die letzten Monate gut stabilisiert, meine Bauchmuskeln, meine Handgelenke. Ich weiß, dass mein Körper diese neue Herausforderung rein von der Kraft schaffen kann. Bei mir ist es eine Kopfsache, da ich als geerdeter Mensch dringend immer meine beiden Füße auf dem Boden haben muss. Daher mag ich auch nicht hochgenommen werden und vermutlich auch nicht so wirklich gerne schwimmen.

Ich muss mir nicht beweisen, dass ich den Handstand kann. Ich möchte für mich einfach in eine andere Dimension mit meinem Körper – von den Händen getragen, die Füße zum Himmel. Wer weiß, was diese Fähigkeit generell mir und meinem Körper bringt🙂 . Schöner wäre, wenn ich hier jemanden hätte, der mir Hilfestellung bietet. Die Wand sichert mich nur in eine Richtung. Aber das nützt nichts. Am Wochenende hatte ich bereits geschafft, endlich die Hüfte über die Schultern zu bringen – ein ziemlich krasses Gefühl und so ganz anders als beim Kopfstand! Aber ein echter Handstand – davon bin ich noch weit entfernt.

Für diejenigen, die als Anfänger in den Handstandclub starten – nutzt doch die 10 Tage einfach zur Vorbereitung! Schultergürtel trainieren, Bauchmuskeln, Rücken stärken, an der Flexibilität der Schultern arbeiten. Es sagt keiner, dass in 10 Tagen das Ziel Handstand erreicht werden soll. Werde ich auch nicht schaffen😀 .

Weiterführendes

Ich denke, dass beim Thema „Gratwanderung zwischen Komfortzone verlassen und Ehrgeiz“ die Yogalehrer eine sehr große Verantwortung gegenüber ihren Schülern haben. Yoga kann, wenn nicht richtig angeleitet, den Körper so schnell kaputt machen… Und mit kaputt meine ich kaputt.

Die Yogalehrer müssen das richtige Maß finden zur Weiterentwicklung und den Ehrgeiz zügeln, wenn er aufflammt. Das Bedarf einer sehr guten Schulung der Lehrer und sie müssen das Wissen im Unterricht flexibel anwenden können. Was für ein wundervoller Beruf, wenn das stimmig ist!

Wenn ich an manche Gruppen- und Kursgrößen denke, wird mir da ganz schwummerig. Letztendlich kann aber auch kein Schüler erwarten, dass individuelleres Üben bei einer Gruppengröße von XY noch annehmbar machbar ist. Aber kleine Gruppen kosten mehr Geld, gute Lehrer kosten Geld und so weiter und so fort. Woher kann der Schüler sicher sein, dass sein Lehrer(-in) einen guten Background hat? Dass er sich ihm/ ihr anvertrauen kann? Alles nicht so einfach manchmal.

Zum Ende

Nach all der Schreiberei – Gedanken aufschreiben tut mir einfach immer wieder unheimlich gut – geht es jetzt mal auf die Matte. Handstandclubtagnummereins! Denn die ganze Geschichte (nicht nur der Handstand) macht vor allem eines – viel Spaß und ein gutes Gefühl😀 . Aufgrund meiner Bindehautentzündung bin ich derzeit noch etwas gehandicapt und werde mich heute ebenfalls auf bisschen Schultergürtel- und Core-Training beschränken.