Der YinYoga-Workshop – einmal richtig ausgeknockt!

Zusammen mit ein paar lieben Menschen hatte ich mich zu einem Yin Yoga Workshop angemeldet. Als ich vor ein paar Monaten das erste Mal über den Namen gestolpert war, musste ich schmunzeln. Yin Yoga liest sich so ein bisschen wie Taichi-Zen. Ein daoistischer Begriff in Kombination mit Yoga. Witzig! Letztendlich nicht wichtig und nicht schlimm, aber für mich hat das leicht den Beigeschmack von „alte Räder neu erfinden und schicken Namen drauf“. Dem Phänomen begegnet man auch in der Hundetrainerwelt.

Solange keinem Menschen damit geschadet wird, habe ich keine Berührungsprobleme. Auch nicht, wenn Menschen Taijiquan als Gesundheitsgymnastik betreiben und nicht als Kampfkunst. Derjenige, der anderes sucht, wird dann auch fündig werden.

Zurück zum Workshop. Er wurde von Thomas angeboten in den Räumlichkeiten von Body Balance in Pinneberg.

Zugegebenermaßen stutzte ich ein wenig, da ich Thomas etwas anders eingeschätzt hatte. Aber gut, warum soll er nicht auch Yin Yoga anbieten 😀 . Ein „Traditionalist“ auf neuen Wegen.

Dieses ist die gekürzte Beschreibung des Workshops:

Yin Yoga ist eine „neue“ Yoga-Form, die aus dem klassischen Restorativen Yoga entstanden ist. Yin Yoga ist eine ruhige, passive Yogarichtung, die hauptsächlich im Sitzen oder Liegen praktiziert wird.

Da wo Yin ist, muss auch Yang sein, dachte ich. Passiv ist immer relativ. Auch das Yin enthält einen Yang-Kern. Ich zappte mich durch ein paar Videos, die auf Yogaeasy angeboten werden. Alles wirkte sehr ruhig, entspannend, meditativ. Eine Einheit habe ich dann sogar zuhause mitgemacht. Ja, war sehr entspannend 🙂 ! Zugegebenermaßen herrlich, so nach Feierabend. Super gut! Davon 3 Studen am Stück. Das konnte nur ein guter Sonntag werden!

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Gestern war bereits in den ersten Minuten klar – meine Einschätzung war doch richtig. Auf dem Workshop stand Yin Yoga drauf, der Inhalt jedoch galt dem resorativen Yoga – klassisch-traditionell. Back to the roots 😀 . Ganz nach meinem Geschmack! Dass mich diese 3 Stunden jedoch so ausknocken würden, damit hatte ich dann doch nicht gerechnet.

Da ich selber noch zu wenig in der Materie stecke, kann und möchte ich gar nicht so viel Erklärendes schreiben, außer dass wir die Positionen mind. 7 Minuten lang gehalten haben und wir uns passiv, der Gravitation folgend, hingeben sollten. Körper wahrnehmen, spüren, Kontakt zu ihm aufnehmen, hinhören, tiefer in die Position sinken.

Gesagt, getan. Ich bin ja nicht so 😀 .

Ich mache wirklich einiges an Dingen, die meinen Körper herausfordern, aber noch nicht mal das 3stündige Kendô-Training hat mich in der Form so erschöpfen lassen.

Ich stand eigentlich die gesamte Zeit über in Kontakt mit meinem Körper. Nic, lass die rechte Schulter los, hey, du spannst hier und dort wieder an, lass los! Deine Zunge presst sich wieder an den Gaumen! Werde in der Brust weich.

Kurze Entspannungsphase, dann wollte die Arme wachsen. Wer kennt noch Inspektor Gadget? So hab ich mich gefühlt. Okay, Arme ausdehnen, Popo loslassen, Zunge, die Zunge! Dann wollten die Beine aus der Hüfte raus *augen-verdreh*. Spannender Weise fühle sich die Atmung während der ganzen Zeit über super an.

Es ging in einer Tour bei mir so. Bei einer Position bekam ich rechtseitig extreme Kopfschmerzen. Nic, geh nicht aus der Position, lass die Brust zum Boden singen, Schulter locker, Kopfschmerz verzog sich, wieder woanders was angespannt, locker lassen, Kopfschmerz wieder da.

Wir haben, wenn ich mich richtig erinnere, drei Runden gemacht. Nach der zweiten war ich schon erschöpft. Es fühlte sich an, als würde sich was Fiebriges anbahnen. Nicht schön. Ich hatte es erst darauf geschoben, dass mein Körper vermutlich eh etwas ausbrühtet, da die Patienten gerade viele das Immunsystem aktivierende Tierchen mitbringen.

Die Runden waren nicht stressig in dem Sinne und es gab durchaus Phasen, wo ich gut liegen konnte. Aber mein Körper funkte mich doch immer wieder an. Durch das Taijiquan und Qigong ist mir das Prinzip des Hinhörens und Loslassen durchaus vertraut. Ohne dem wäre das alles nichts. Aber das war noch mal anders.

Kämpfe nicht gegen deinen Körper, mache es mit ihm! Der Grad zwischen Kämpfen und dem Miteinander war teils recht schmal.

Am Ende der 3 Stunden war ich denn mal so richtig platt. Also so richtig richtig. Eigentlich hätte ich sagen müssen, dass der restorative Yoga nix für mich ist. Nichts mit innerer Ruhe und Meditation wie in dem Video, das ich mitgemacht hatte 😀 . Ich hatte da doch etwas Sorge, dass mich die Sache an sich nicht auf den richtigen Weg geführt hat. Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Aber mittlerweile hab ich bei sowas häufig den Thomas im Ohr – dann ist das genau deine Übung 😛 😀 .

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Körperlich ging es mir danach ansonsten super. Also die Schultern, Beine, Hüfte – alles war erfüllt von einer Lockerheit und Leichtigkeit. Kein Ziehen, Stechen, Brennen. Es fühlte sich an, als wäre ich in alle Dimensionen um ein paar Zentimeter gewachsen.

Nachdem ich ziemlich fix danach ins Bett gegangen war – der Tatort musste ausfallen – wollte ich heute morgen nicht aufstehen. Ich dachte, ich wäre echt krank, fiebrig. Da ich heute früh aber die Erste in der Praxis war, hätte ich niemanden erreicht. Also angeplünnt und doch los. Das war soooo anstrengend und ich hatte Sorge, dass ich nach den Stunden heute echt flach liegen werde.

Es muss zwischen 11 und 13 Uhr gewesen sein. Da war der Spuk vorbei! Eigentlich von jetzt auf gleich. Ich fühle mich super und erfrischt, nichts mit fiebrig oder erschöpft.

Was da genau passiert ist, kann ich nicht sagen. Es ist ja auch nicht so, dass ich nicht gewohnt bin, mich über lange Zeit konzentriert mit einer Aufgabe zu beschäftigen. Das hält mein Kopf schon aus. Daran kann es nicht gelegen haben. Ich denke eher, dass ich durch die Arbeit in den Positionen Bereiche in meinem Körper erreicht habe, in denen es nötig war, dass sie mal angesprochen und verändert werden.

Mein Körper hatte einfach echt viel zu tun mit seiner Aufräumarbeit, die ich ihm bereitet habe und das kostet Energie! Hätte ich irgendwie geahnt, dass „Selbstheilungskräfte“ in der Form ausgelöst werden können, hätte ich vermutlich die 3 Stunden zum einen gar nicht gebucht und zum anderen mir einen Tag danach frei gegeben *lach*. Vielleicht liege ich mit der Erklärung auch falsch. Keine Ahnung. Aber sie ist für mich soweit schlüssig.

Ich weiß nicht, ob es mir in einer „echten“ Yin Yoga Stunde ebenso ergangen wäre, da kenne ich wie gesagt nur Videos zu und das, was man so im Netz darüber findet. Restorativer Yoga – ich muss das nicht immer haben 😀 . Aber wohl dosiert und gezielt würde es meinem Körper mit Sicherheit sehr gut tun.

Restorativer Yoga – Yin und Yang waren in ständiger Kommunikation und haben versucht, die Harmonie wieder herzustellen *lach*.

Danke Thomas, das war super!!! Auch wenn ich meine Freude darüber gestern nicht mehr richtig mitteilen konnte. Gestern war das nicht gut *lach* 😀 .

 

 

 

 

 

 

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