Yoga im Alltag – eine neue Kategorie im Blog!

Mit der Entscheidung zur Yogalehrerausbildung habe ich häufiger als zuvor die Frage im Kopf, was Yoga für mich ist, was es werden könnte. Diese Frage ist derzeit schwer für mich zu beantworten. Ich bin kein religiöser Mensch und auch kein wirklich spiritueller 😇 .

Erst dachte ich, dass es wirklich schade ist, dass ich noch so viele Monate auf den Start der Ausbildung warten muss. Aber mittlerweile bin ich echt froh drum. Ich fühle mich derzeit überhaupt noch nicht soweit, Menschen ernsthaft auf ihrem Yogaweg begleiten zu können. Ich weiß auch nicht ob ich es je können werde. Yoga ist für mich „groß“.

Ist es möglich, etwas, was sich vor zig tausend Jahren entwickelte, auf einem Kontinent, in einem Land, welches nicht das eigene ist, mit einem anderen religiösem und kulturellem Hintergrund, so weiterzugeben, dass es der Sache gerecht wird? Wie kann ich etwas so Großes in ein paar Monaten lernen?

Natürlich endet das Ganze nicht mit der Prüfung. Vermutlich fängt es danach erst richtig an. Aber immerhin ist es eine Prüfung zur Position eines „Lehrers“. Für seine Schüler trägt man Verantwortung. Und eben nicht nur eines Lehrers, der seinen Schülern Fitnessübungen für eine gute Figur an die Hand gibt oder sie sich durch seine Übungen in dem Moment einfach glücklich fühlen (Das hat für mich jetzt nichts mit besser oder schlechter zu tun. Rein sportliche Dinge sind einfach für mich greifbarer). Gleichzeitig denke ich aber, dass Yoga so „frei und ungebunden“ ist, dass er begangen und weitergegeben werden kann, egal von welchem Punkt aus man startet.



Was ist Yoga für mich?

Um ein paar Stationen in meiner Entwicklung für mich festzuhalten, werde ich in der neuen Kategorie „Yoga im Alltag“ schreiben, wie ich meine Yogapraxis in den Alltag integriere.

Ich selber sage häufig, ich gehe dann und dann „zum Yoga“ oder ich mache Zuhause täglich so und so lange meine Yogaübungen. Wenn ich das jedoch so sage, mag es sich so anhören, als gäbe es Zeiten am Tage, in denen ich Yoga praktiziere und Zeiten, in denen ich es nicht tue. So ist es jedoch nicht. Eigentlich ist die Zeit direkt auf der Matte nur ein kleiner Teil.

Yoga ist keine Religion. Yoga zwingt mich auch nicht irgendetwas zu machen, sagt nicht, wenn du dieses oder jenes nicht tust oder du diese oder jene Regeln verletzt, würde ich bestraft werden oder wäre schuldig oder sonst irgendwas.

Yoga verstehe ich als Leben, als einen Prozess und auch Zustand. Begebe ich mich auf den achtgliedrigen Pfad des Yoga, beschrieben von Patañjali in seinen Yogasutras, kann ich dieses oder jenes Ziel leichter erreichen. Vielleicht führt er mich dann auch zurück zum Ursprung.

Patañjali’s Yogaleitfaden ist eher als eine Empfehlung zu verstehen und hat keinen verpflichtenden Charakter. Yoga ist eher ein Weg der Erfahrung, nicht ein Weg der Vorschriften.

Die achte Glieder:

  1. Yamas – der Umgang mit der Umwelt (Moral/ Ethik)
  2. Niyamas – der Umgang mit sich selbst (Selbstdisziplin)
  3. Ãsanas – der Umgang mit dem Körper (Hatha-Yoga)
  4. Prãnãyãma – der Umgang mit dem Atem (Atemkontrolle)
  5. Pratayãhãra – der Umgang mit den Sinnen (Zurückziehen der Sinne)
  6. Dhãranã – Konzentration
  7. Dhyãna – Meditation
  8. Samãdhi – Erleuchtung/ die innere Freiheit/ Einheit

Diese acht Glieder werden nicht nacheinander abgearbeitet. Vielmehr bedingen sie einander, bauen aufeinander auf und ergänzen sich, sind eine Einheit. Vom Grobstofflichen ins Feine.

Ich kenne einige Menschen, die, ohne es zu wissen, Glieder des Pfades praktizieren. Das liegt vor allem daran denke ich, dass die Sutras so elementar und universell sind. Sie sind lebendig. Ich selber habe mich bisher mit der Yoga-Philosophie im Verhältnis zur körperlichen Praxis weniger beschäftigt. Stolpere aber nun, wo ich mich mehr damit beschäftige über einige Punkte, mit denen ich mich bereits sehr wohl beschäftige und auch auf Seminaren weitergegeben habe – der Daoismus und auch die Naturwissenschaft lassen grüßen.

Anders herum denke ich, dass, möchte jemand Yoga lehren, nicht darum kommt, sich intensiver damit auseinander zu setzen, es zu leben. Ansonsten lehrt er unvollständigen Yoga oder es sind dann doch nur Fitness-, Atem- und Entspannungsübungen.



Yogapraxis

Ich kann viele kluge Bücher lesen oder auch Videos schauen. Aber möchte ich den Yogaweg begreifen, ihn gehen, ihn Leben, sollte ich selber meinen Hintern hochbekommen und selber tätig werden. Das ist manchmal anstrengender als klug zu schnacken oder zu schreiben 😅 . Manchmal tut es auch weh – gerade wenn man sein eigenes Handeln reflektiert.

Damit ich mir dabei mit meinen Ansprüchen nicht selber im Weg stehe, muss ich mir, als mir im speziellen gegenüber ungeduldigen Menschen, häufiger in Erinnerung rufen, dass es ein Prozess ist. Egal ob irgendwann irgendwo eine Prüfung ist, zu der ich dieses, jenes oder solches können sollte.

Ich bin auf jeden Fall gespannt, was es alles zu entdecken gibt und vertraue darauf, dass es so kommen wird, wie es kommen soll.

Vertrauen. Vertrauen in Menschen, die mir begegnen, vertrauen in Situationen und Momenten, die geschehen, vertrauen in mich selbst.

Ahimsa und Hunde

Das Thema für den nächsten Artikel habe ich bereits im Kopf. Es ist naheliegend – für mich. Ahimsa und Hunde(-training). Ahimsa findet ihr unter den „Yamas“. Es bedeutet so viel wie nicht-verletzen/ Gewaltlosigkeit.

To be continued…!

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3 Kommentare zu „Yoga im Alltag – eine neue Kategorie im Blog!

  1. dein artikel findet mich in dem moment, in dem ich in einer so ähnlichen situation bin wie du. du schreibst, als meintest du mich. danke fürs auf den punkt bringen. und die fotos sind magisch! herzlich kerstin

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