Die Bhagavad-Gita / Krishna und Arjuna

Diese Geschichte bereitet mir Kopfschmerzen 😀 . Vielleicht hat jemand Lust, ebenfalls seine Gedanken ein wenig kreisen zu lassen oder hat es ggf. schon! Geteiltes Leid ist halbes Leid oder so 🙂 !

Wenn ich die Geschichte so verfolge, liest sie sich manchmal eher, als wäre Arjuna „die Reinheit“ schlecht hin und Krishna „das Böse“, das Arjuna zum Töten verführen möchte.

Arjuna möchte nicht in den Kampf, würde sich eher opfern. Krishna unterweist ihn in den vielen Aspekten des Yoga und letztendlich tut Arjuna das, was er tun „muss“ – seine Verwandten töten. Er zieht in den Krieg. Zack.

Wenn Krishna sagt, die kosmische Ordnung muss wieder hergestellt werden, darum ist er auch wieder erschienen (wie er es zu bestimmten Zeiten immer tut), dann frage ich mich, mit welchem Recht er über Gut oder Böse entscheidet?

Gita IV 8: „Um die Frommen zu erretten und die Gottlosen zu vernichten und um die Prinzipien der Religion wiedereinzuführen, erschiene Ich Zeitalter nach Zeitalter.“

Warum muss er die Gottlosen vernichten? Warum nimmt er sich nicht derer an und unterweist sie und führt sie zurück „zum Licht“?

Gewalt ist dann okay, wenn sie im Auge desjenigen, der eine Tat ausführt, gerechtfertigt oder von höherer Bedeutung ist? Dass, egal was ich tue, Gewalt durchaus immer mit im Boot ist, so sehr ich sie gerne nicht „mein“ nennen würde? Es reicht ja schon ein Spaziergang im Wald, durch den ich wissentlich durch meine Schritte jedes Mal zig kleine Lebewesen töte. Und das sogar auch im vollen Bewusstsein. Gewalt ja, aber mit dem Wissen um die Verantwortung und dem geringst möglichen Schaden aller?

Krishna sagt in Gita II 20: „Für die Seele gibt es zu keiner Zeit Geburt oder Tod. Sie ist nicht entstanden, sie entsteht nicht, und sie wird nie entstehen. Sie ist ungeboren, ewig, immerwährend und urstet. Sie wird nicht getötet, wenn der Körper getötet wird“.

Wenn die Seele/ das Selbst nicht geboren werden und sterben kann, warum muss Arjuna über Tot und Leben entscheiden? Dann wäre es doch völlig egal. Um sein Dharma als „Krieger“ zu erfüllen? Weil die Dinge, die getan werden müssen, getan werden müssen?

Krishna erzählt vom Handeln im Nicht-Handeln und dem Handeln ohne Erwartungen, ohne auf die Früchte zu schauen. Er selber aber schickt Arjuna in den Krieg, damit die kosmische Ordnung und Harmonie wieder hergestellt werden?

Das sind nur ein Teil meiner Fragen, die so aufkommen… Diese Geschichte hat es in sich, finde ich.

Vielleicht ist die Szenerie so extrem gewählt, damit man sich zum einen so sehr Gedanken drum macht (ich leide mit Arjuna 😂😅 ) und zum anderen die Entwicklung des Menschen zu einer Entscheidung wichtig ist, egal wie sie dann ausfällt? Dass, wenn ein Weg gegangen wird, es mit Liebe und Hingabe geschieht? Im Einklang mit dem Göttlichen? Gelöst von Ego?

Auf jeden Fall ist die Gita eine schöne Geschichte mit viel Yoga. Yoga mitten auf dem Schlachtfeld (des Lebens) und nicht in einer einsamen Hütte in den Bergen. Sehr lebensnah!

Hare Krishna 🙏🕉☺️ !

https://www.youtube.com/watch?v=kzTGSITIckw

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